Der finnische Präsident Sauli Niinistö bleibt weitere sechs Jahre im Amt. Nach Auszählung von knapp 60 Prozent der Wahlzettel gewann Niinistö bei der Wahl am Sonntag 63,8 Prozent der Stimmen und übertraf damit die notwendige absolute Mehrheit bereits im ersten Anlauf. Auf den zweiten Platz kam der Grünen-Politiker Pekka Haavisto mit 10,9 Prozent. Er gratulierte Niinistö und sagte, dieser bleibe Präsident. Die Stimmenanteile der sechs übrigen Kandidaten lagen bei weniger als sieben Prozent.

Niinisto, der als unabhängiger Kandidat antrat, gilt als populärster finnischer Präsident seit Jahrzehnten. Ihm gelang es als erstem Kandidaten seit Einführung des Stichwahl-Systems in Finnland im Jahr 1994, gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erreichen.

Niinistö hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten 2012 nicht nur mehrere Ministerämter inne, sondern war auch Parlamentspräsident. Der Jurist hatte sich in seiner ersten Amtszeit um eine Annäherung des EU-Mitglieds Finnland an die Nato bemüht, ohne dabei den großen Nachbarstaat Russland zu verärgern. "Ich habe mein bestes gegeben, um einen Dialog zwischen Russland und dem Westen, der Nato, der Europäischen Union und auch den USA zu ermöglichen", hatte er am Samstag am Rande einer Wahlkampfveranstaltung gesagt.

Trotz der Ukraine-Krise um die Krim-Halbinsel 2014 pflegt Niinistö gute Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Finnland teilt sich mit Russland eine lange Grenze. Erst 1917 löste sich das Land von Russland und wurde unabhängig. Finnlands Außenpolitik ist geprägt von dem Bemühen, einen westlich orientierten Kurs zu fahren, ohne Russland zu verprellen. Dieser Tradition fühlt sich auch Niinisto verpflichtet.