Die aus Myanmar nach Bangladesch geflüchteten Rohingya sollen binnen zwei Jahren zurückgeführt werden. Wie die Regierung von Bangladesch mitteilte, verständigten sich beide Länder auf einen entsprechenden Zeitrahmen. Ziel sei es, dass der Prozess "vorzugsweise binnen zwei Jahren ab Beginn der Rückführungen abgeschlossen" sei. Insgesamt sollen mehr als 650.000 Rohingya nach Myanmar zurückkehren.

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August war der Konflikt eskaliert, als Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und zahlreiche Einsatzkräfte töteten. Das Militär reagierte mit Gewalt. Seither wurden viele Rohingya getötet, mehr als 655.000 flüchteten ins verarmte Nachbarland Bangladesch.

Laut einer Erhebung von Ärzte ohne Grenzen sollen alleine zwischen dem 25. August und 24. September 2016 mindestens 6.700 Rohingya getötet worden sein. Darunter seien mindestens 730 Kinder im Alter von weniger als fünf Jahren. Die Vereinten Nationen sprechen von Völkermord. UN-Menschenrechtskommissar Seid Raad al-Hussein sprach bei einer Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf von "weit verbreiteten, systematischen und entsetzlich brutalen" Attacken gegen die muslimische Minderheit Myanmars. Die UN sehen "Elemente des Genozids".

Unter diplomatischem Druck hatte Myanmar eingewilligt, dass die ins Nachbarland geflohenen Rohingya zurückkehren dürfen. Die Regierung in Myanmar vertritt die Auffassung, dass die Gewalt von militanten Rohingya ausgehe.