In Südamerika ist es zu Bombenanschlägen mit mehreren Toten und Verletzten gekommen. In Kolumbien hat eine Bombe fünf Polizisten getötet und 41 weitere verletzt. Die Täter ließen den Sprengsatz offenbar per Fernsteuerung detonieren, als sich in der Wache in der Hafenstadt Barranquilla gerade zahlreiche Polizisten zur Ablösung befanden. In Ecuador wurden bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache nahe der kolumbianischen Grenze 28 Menschen leicht verletzt. Unter den Verletzten waren demnach vier Beamte. 37 Gebäude wurden bei dem Anschlag beschädigt.

Ecuadors Präsident Lenín Moreno verhängte den Ausnahmezustand für die Region. Innenminister César Navas machte Drogenhändler für den Anschlag verantwortlich. Die Polizei war zuletzt hart gegen die Banden vorgegangen und hatte mehrere Rauschgiftlieferungen beschlagnahmt. In Kolumbien wurden ähnliche Hintergründe vermutet. Nach Angaben von Bürgermeister Alejandro Char könnten Drogenbanden hinter dem Anschlag stecken. Die Polizei hatte in der Region in den vergangenen Wochen ebenfalls hart gegen die Gangs durchgegriffen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Möglicherweise handelte es sich bei dem Bombenanschlag aber auch um ein Ablenkungsmanöver. Unbekannte überfielen fast zeitgleich einen Geldtransporter in Barranquilla. Für Informationen, die zur Ergreifung der Attentäter führe, sei eine Belohnung von umgerechnet 18.000 Dollar ausgesetzt worden, teilten die Behörden mit. "Ich verurteile den feigen Anschlag auf die Polizeistation in Barranquilla", schrieb Präsident Juan Manuel Santos auf Twitter. "Wir werden nicht ruhen, bis wir die Verantwortlichen zur Strecke gebracht haben."

Die Verbrechensrate in Kolumbien ist hoch. Das südamerikanische Land sieht sich mit organisierter Gewalt und anderen Formen der Kriminalität konfrontiert. Im Juni 2017 kam es bei einem Bombenanschlag in einem Einkaufszentrum in der Hauptstadt Bogotá zu mehreren Toten und Verletzten.