UN-Generalsekretär António Guterres fordert Konsequenzen für die Verantwortlichen, sollte sich der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien weiter bestätigen. "Der Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg gefährdet die weltweite Tabuisierung dieser Massenvernichtungswaffen", sagte er in New York. 

"Wenn der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien wieder einmal bestätigt wird, dann muss die internationale Gemeinschaft einen angemessenen Weg finden, die Verantwortlichen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen", sagte Guterres in der Sicherheitsratssitzung. "Ohne diesen Weg erlauben die Vereinten Nationen den ungestraften Einsatz von Chemiewaffen."

Zuletzt hatte ein Team der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW), den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien untersucht. Dessen Mandat ist jedoch im vergangenen Jahr abgelaufen, nachdem Russland zweimal sein Veto eingelegt hatte.

Das gegenseitige Vertrauen zwischen den USA und Russland bei diesem Thema nehme "immer weiter ab", warnte Guterres. Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf der internationalen Gemeinschaft in der Sicherheitsratssitzung vor, "unbegründete Vorwürfe" gegen Syrien anzuhäufen.

Spannungen zwischen der Türkei und den USA

Derweil sorgen die Pläne der US-Regierung, eine Grenztruppe aus kurdischen und arabischen Kämpfern in Nordsyrien auszubilden, weiter für Spannungen zwischen der Türkei und den USA. Dem US-Verteidigungsministerium zufolge, soll die Einheit im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und zur Stabilisierung eingesetzt werden.

Der Aufbau einer 30.000 Mann starken Truppe im syrischen Grenzgebiet zur Türkei wurde angekündigt. Die Hälfte der Kämpfer soll von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kommen, die von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) dominiert werden. Die türkische Regierung betrachtet die YPG als einen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und somit als Terrorgruppe.

Der türkische Außenminister Çavuşoğlu sagte am Donnerstag in einem TV-Interview, der Aufbau einer "Terrorarmee würde unseren Beziehungen irreparablen Schaden zufügen". US-Außenminister Rex Tillerson erklärte hingegen in der Nacht zum Donnerstag: Bei der Einheit handele es sich keineswegs um eine "Grenzschutztruppe". Sondern lediglich um ein verstärktes Training für die örtlichen Truppen, um ein Wiedererstarken des IS zu verhindern. Nichts habe sich geändert, so Tillerson.

Korrektur: In einer ersten Fassung der Meldung hieß es, Guterres wolle Syrien zur Verantwortung ziehen. Die Regimetruppen sind aber nur eine mögliche Bürgerkriegspartei, die für einen Chemiewaffeneinsatz zur Verantwortung gezogen werden könnte. Wir haben das korrigiert.