Der tschechische Präsident Miloš Zeman ist wiedergewählt worden. Laut dem staatlichen Fernsehen stimmten 51,9 Prozent der Wähler für Zeman – zu dem Zeitpunkt waren 95 Prozent der Stimmen ausgezählt. Der 73-Jährige setzte sich somit in der Stichwahl gegen den parteilosen Chemieprofessor Jiří Drahoš durch, der 48 Prozent der Stimmen erhielt. Der 68-jährige Drahoš räumte seine Niederlage ein.

Zeman hatte bereits die erste Runde der Präsidentschaftswahlen vor zwei Wochen mit 38,6 Prozent der Stimmen vor Drahoš (26,6 Prozent) gewonnen. In der tschechischen Republik wird der Präsident direkt gewählt. Insgesamt hatten sich neun Kandidaten zur Wahl gestellt. Weil jedoch keiner der Kandidaten eine Mehrheit auf sich vereinigen konnte, kam es zu einer Stichwahl

Zeman war zwischen 1998 und 2002 Ministerpräsident einer sozialdemokratischen Regierung. Seit 2013 ist er Präsident. Zeman kritisiert die Einwanderung aus muslimischen Ländern, bezeichnete sie mal als eine "organisierte Invasion". Es sei "unmöglich, Muslime zu integrieren", sagte Zeman. Er kritisiert außerdem die Sanktionen gegen Russland. Der Umgang mit Flüchtlingen hatte im Wahlkampf eine zentrale Rolle gespielt.

Drahoš gilt als proeuropäisch und will, dass sich die tschechische Republik stärker am Westen orientiert. Er plädierte außerdem für eine Einführung des Euros. Die meisten der nach der ersten Runde ausgeschiedenen Kandidaten hatten Drahoš bei der Stichwahl unterstützt. Zeman hat vor allem Rückhalt bei der Bevölkerung auf dem Land und in den unteren Einkommensschichten, Drahoš hat dagegen mehr Anhänger unter den Bewohnern der Hauptstadt Prag und anderer großer Städte sowie unter Besserverdienern.