Nach den Beitragskürzungen der USA für das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) wollen elf Staaten, darunter Deutschland, ihre Beiträge früher einzahlen. Neben Deutschland hätten sich die Schweiz, Finnland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Belgien, die Niederlande, Irland, Russland und Kuwait bereit erklärt, die fehlenden Beiträge zu füllen, sagte UNRWA-Chef Pierre Krähenbühl.

Das UNRWA hilft etwa fünf Millionen palästinensischen Flüchtlingen und deren Nachkommen. Im vergangenen Jahr hatte das Hilfswerk ein Budget von mehr als einer Milliarde Dollar. Finanziert werden damit sowohl langfristige Programme, darunter für Bildung, als auch Nothilfen bei Krisen wie beispielsweise dem Bürgerkrieg in Syrien.

Die USA waren bislang der wichtigste Geldgeber und steuerten ein Drittel des Gesamtbudgets bei. Die US-Regierung hat aber die Hälfte der ersten für dieses Jahr vorgesehenen Zahlung zurückgehalten und künftige Unterstützung von Reformen abhängig gemacht.  

Trump beklagte "weder Anerkennung noch Respekt" der Palästinenser

Anfang des Jahres hatte US-Präsident Donald Trump getwittert, die USA zahlten den Palästinensern "Hunderte Millionen von Dollar" und erhielten dafür "weder Anerkennung noch Respekt". Die Palästinenser wollten nicht einmal über einen Friedensvertrag mit Israel verhandeln. "Aber wenn die Palästinenser nicht mehr bereit sind, über Frieden zu sprechen, warum sollten wir in der Zukunft irgendwelche dieser massiven Zahlungen an sie leisten?" 

Seit Trump im Namen der USA Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt hatte, gab es zahlreiche Proteste von den Palästinensern. Als Vizepräsident Mike Pence den Nahen Osten besuchte, verweigerte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ein Treffen. Im Zuge der Krise zogen die Palästinenser ihren Gesandten in den USA vorübergehend ab und erklärten, sie würden die USA nicht mehr als Vermittler bei etwaigen Friedensverhandlungen mit Israel akzeptieren. Die UN-Vollversammlung erklärte Trumps Entscheidung in einer Resolution für "null und nichtig".

Indem nun andere Geldgeber ihre Beiträge vorziehen, könne man die ersten Monate überbrücken, sagte Krähenbühl. Die fehlenden Millionen müssten aber im Laufe des Jahres aus anderen Quellen kommen. Das UNRWA bat um 800 Millionen Dollar (etwa 650 Millionen Euro) für dringende Einsätze in Syrien und den Palästinensergebieten.