Die US-Regierung hat den Anführer der radikalislamischen Palästinenserbewegung Hamas, Ismail Hanija, zum Terroristen erklärt. Laut US-Außenministerium werde Hanija auf die Terrorliste gesetzt, da er enge Verbindungen zum militärischen Zweig der Hamas habe und den bewaffneten Kampf propagiere, darunter auch gegen Zivilisten. Hanija sei Berichten zufolge in "Terrorangriffe gegen israelische Bürger verwickelt" gewesen.

Durch die Aufnahme in die Terrorliste der US-Regierung werden Sanktionen gegen Hanija verhängt. Sollte er etwa Vermögenswerte und Konten in den USA haben, werden diese eingefroren. Zudem wird es US-Firmen verboten, Geschäfte mit ihm zu machen.

Die Hamas zeigte sich von der Entscheidung der US-Regierung wenig beeindruckt. Der Versuch, Druck auf die Gegner Israels auszuüben, sei "zum Scheitern verurteilt", teilte die Organisation mit. Man werde den Widerstand gegen Israel fortsetzen.

Die Spannungen zwischen der US-Regierung und den Palästinensern dürften sich durch die Entscheidung weiter verstärken. So hat bereits die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, die Beziehungen schwer belastet.

Hanija wurde im Mai vergangenen Jahres zum Anführer der Hamas gewählt und gilt als Vertreter des pragmatischen Flügels der Organisation. Die Hamas ist im Gazastreifen aktiv. In den USA und anderen westlichen Staaten ist die Gruppe als Terrororganisation eingestuft.