Im Kampf gegen die Hungerkrise und die zunehmenden Plünderungen setzt das sozialistische Venezuela auf eine Steigerung der Erdölförderung. "Wir sind wieder nah an der Förderung von 1,9 Millionen Barrel pro Tag", sagte Ölminister Manuel Quevedo in Caracas, der zugleich Chef des staatlichen Ölkonzerns PDVSA ist. "2018 wird das Jahr der Erholung."

Ziel sei es, die Förderung wieder auf über zwei Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Über 90 Prozent der Exporteinnahmen kommen vom Erdöl.

Die Regierung hofft darauf, dass sie die tiefste Versorgungskrise in der Geschichte des südamerikanischen Landes meistern und die drohende Pleite abwenden kann, wenn sie mehr Öl fördert und exportiert; steigende Ölpreise sollen dabei helfen.

In den ersten Wochen des neuen Jahres wurden über 100 Plünderungen im Land gezählt. Am Wochenende eskalierte die Lage in der Stadt Calabozo im Bundesstaat Guárico, wo Hunderte Menschen dem Nachrichtenportal El Nacional zufolge 22 Läden stürmten und mit Reissäcken, Mehl und Klopapier wieder hinausliefen – die Polizei setzte hier massiv Tränengas ein. Im Internet kursierte zudem ein Video von Männern, die in eine Ranch eindringen und im Kampf gegen Hunger eine Kuh mit Stöcken zu erschlagen versuchen.

Sozialisten bekommen subventioniertes Essen

Bischof Antonio López Castillo forderte die Regierung daraufhin zum Handeln auf: "Schluss mit dem Hunger." Anhänger der Sozialisten bekommen weiterhin subventionierte Lebensmittelpakete.

Staatspräsident Nicolás Maduro bezeichnet eine humanitäre Krise in Venezuela, dem Land mit den größten Ölreserven der Welt, als "Erfindung". Neben Misswirtschaft und Inflation machen es offensichtlich auch US-Finanzsanktionen gegen die Regierung schwieriger, im Ausland genug Lebensmittel und Medizin einzukaufen.