Der Iran hält nach wie vor die Auflagen des Atomabkommens ein. Zu diesem Schluss kommt die UN-Atomenergieorganisation (IAEA) in ihrem Quartalsbericht. Demnach reichert der Iran kein zu starkes Uran an, auch gebe es keine illegalen Vorräte von Uran oder Schwerwasser. Außerdem hätten IAEA-Mitarbeiter problemlos Zugang zu allen relevanten Orten bekommen.

Das Abkommen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland soll verhindern, dass der Iran eine Atombombe baut. Das Land hat sich verpflichtet, deutlich weniger Uran anzureichern und internationale Kontrollen zu erlauben. Dafür bekommt es Zugang zu internationalen Finanzmärkten und darf Öl nach Europa verschiffen. Das Abkommen war 2015 unter US-Präsident Barack Obama ausgehandelt worden. Seitdem muss der US-Präsident alle 120 Tage entscheiden, ob es weiterhin gelten soll. Ein Rückzug der USA aus dem Abkommen würde es praktisch bedeutungslos machen.  

US-Präsident Donald Trump weigerte sich im vergangenen Jahr, dem Iran die Einhaltung des Abkommens zu bestätigen. Im Januar hatte Trump dem Vertrag eine "letzte Chance" eingeräumt und Sanktionen gegen den Iran für weitere 120 Tage ausgesetzt. Trump nannte das Atomabkommen das schlechteste je abgeschlossene Abkommen, es gebe "zahlreiche Verstöße" des Irans. Auch US-Vizepräsident Mike Pence sprach von einem "Desaster" und drohte mit Sanktionen. Ohne Neuverhandlung würden die USA "umgehend" aussteigen. 

Im Falle erneuter Sanktionen hatte der Iran seinerseits gedroht, aus dem Abkommen auszusteigen. Außerdem erwägt das Land, atomare Antriebe in der Schifffahrt einzusetzen. Das widerspräche dem Atomabkommen, nach dem Atomtechnologie nur zivil eingesetzt werden darf.