Die USA haben verhalten auf ein mutmaßliches Gesprächsangebot des nordkoreanischen Regimes reagiert. Ob Pjöngjangs Botschaft von Sonntag ein erster Schritt in Richtung Abrüstung sei, werde man noch sehen, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Die US-Regierung wolle eine "völlige, verifizierbare und unumkehrbare" Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel erreichen. Man werde sehen, ob Nordkoreas Botschaft, dass es zu Gesprächen bereit ist, ein erster Schritt in diese Richtung sei.

Am Sonntag hatte das Büro des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In eine Erklärung verbreitet, wonach Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un trotz neuer Sanktionen zu Gesprächen mit den USA bereit sei. Zuvor hatte sich Moon mit einer Delegation aus dem Norden am Rande der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang getroffen. Unter welchen Umständen diese Gespräche zwischen den USA und Nordkorea stattfinden sollen, ist bislang unklar.

Im Zuge der Olympischen Spiele hatte es mehrere Entspannungssignale in dem Konflikt gegeben, unter anderem hatte Kim beispielsweise seine Schwester zu den Olympischen Spielen geschickt. Nachdem US-Präsident Donald Trump am vergangenen Freitag weitere Sanktionen gegen Nordkorea erlassen hatte, sind viele Beobachterinnen und Beobachter aber skeptischer, was die Befriedung des Atomkonflikts angeht. Vor allem, weil Trump zugleich mit einer weiteren Eskalation des Konflikts gedroht hatte: Wenn die Strafmaßnahmen – sie richten sich gegen 55 Reedereien, Schiffe und Handelsfirmen – nicht funktionierten, müssten die USA zu "Phase 2" übergehen, die sehr hart und für die Welt sehr unerfreulich werden könne, sagte er.

Nordkorea reagierte prompt und beschuldigte die USA, den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel mit den neuen Sanktionen zu verschlimmern und die jüngste Annäherung mit dem Süden sabotieren zu wollen. "Kurz vor dem Ende der Olympischen Spiele laufen die USA Amok", teilte das nordkoreanische Außenministerium mit. Jede Art von Blockade werde als kriegerische Handlung betrachtet. Nordkorea besitze Atomwaffen, um mit der Bedrohung durch die USA umzugehen.

Ungewohnt deutlich stellte sich auch China hinter den Verbündeten in Pjöngjang und kritisierte die neuen US-Sanktionen deutlich. Außenamtssprecher Geng Shuang stellte zudem die weitere Kooperation Chinas mit den USA infrage. Beide Länder sind Vetomächte im UN-Sicherheitsrat, der nach den wiederholten Raketen- und Atomtests Nordkorea gemeinsame Sanktionen verhängt hatte. Südkorea dagegen lobte die Sanktionsschritte: Sie seien eine Warnung an jene, die illegal mit dem Norden Handel betrieben.