Der slowakische Kulturminister Marek Maďarič hat seinen Rücktritt erklärt. "Nach der Ermordung eines Journalisten kann ich mir nicht vorstellen, ruhig weiter Chef dieses Ministeriums zu bleiben, das auch für die Medien zuständig ist", sagte der 51-Jährige.

In der Nacht auf Montag waren der 27-jährige Journalist Ján Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova in ihrem Privathaus im Dorf Velka Maca im westslowakischen Bezirk Galanta erschossen aufgefunden worden. Sie waren nach Polizeiangaben durch Schüsse in Kopf und Brust im Stil einer Hinrichtung getötet worden.

Kuciak hatte vor allem über die Verfilzung zwischen Politik und Geschäftswelt recherchiert. Er war dabei auch auf mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Politikern und Regierungsmitarbeitern gestoßen.

Maďarič galt schon seit Monaten als parteiinterner Kritiker eben dieser Verfilzung. Erst im Dezember hatte er seine Funktion als einer der stellvertretenden Parteichefs der sozialdemokratischen Regierungspartei von Ministerpräsident Robert Fico aufgegeben. In mehreren Interviews hatte er zuvor Ficos erstem Stellvertreter, Innenminister Robert Kaliňák, dessen Rücktritt nahegelegt.

Kaliňák steht seit rund zwei Jahren im Verdacht, Geschäftsbeziehungen zu einem mutmaßlichen Steuerbetrüger zu unterhalten. Der ermordete Journalist Kuciak hatte auch gegen ihn recherchiert. Opposition und Medien verlangten nach dem Mord den Rücktritt Kaliňáks, um unvoreingenommene Ermittlungen zu gewährleisten.