Der Applaus will gar kein Ende finden, als Donald Trump aus der Bühnenverkleidung heraus ins Scheinwerferlicht tritt. Der US-Präsident ist hier bei Freunden. Tausende sind aus dem ganzen Land gekommen, um ihn reden zu hören. Der riesige Ballsaal im Gaylord National Resort und Veranstaltungszentrum, einige Kilometer südlich von Washington, ist bis zum letzten Platz gefüllt. Sogar eine Zwischenwand haben die Organisatoren herausnehmen lassen, um noch mehr Publikum in den Raum zu bekommen. Der Präsident genießt den Zuspruch sichtlich. Langsam wandert Trump von einer Seite der Bühne zur anderen. Er winkt, klatscht ein paarmal in die Hände. Erst nach einigen Momenten tritt er ans Podium vor die in Rot, Weiß und Blau gehaltene Kulisse. "Wir sind weit zusammengekommen", sagt er.

Es ist ein Heimspiel für ihn. Er ist zu Gast bei der CPAC, der größten und wichtigsten Konferenz der amerikanischen Konservativen. Es ist die Basis des Präsidenten, die sich hier versammelt hat: religiöse Gruppen, Tea-Party-Aktivisten, Klimawandel-Leugner und ganz altmodische Republikaner, sie alle sind gekommen. Hauptsponsor ist unter anderen die Waffenlobby NRA. Und Google.

Trump kann den Zuspruch des Publikums gut gebrauchen. Er hat schwierige Tage hinter sich. Seit dem Schulmassaker in Parkland muss er fast täglich seine Haltung zum Thema Schusswaffen verteidigen. Zwei Drittel der amerikanischen Öffentlichkeit fordern mittlerweile schärfere Gesetze – der Präsident hat aber nur minimale Änderungen angekündigt. Damit befindet er sich ganz auf Linie seiner Zuhörer. Immer wieder unterbrechen sie den Präsidenten mit lang anhaltendem Applaus, wenn er das Recht auf individuellen Waffenbesitz verteidigt. Und das tut er oft.

Trump hat seine Lehren gezogen

Doch nicht nur deshalb ist das Publikum begeistert. Trump gibt der Basis, was sie will. "Kein Präsident hatte jemals ein erfolgreicheres erstes Jahr als wir", ruft er in den Raum, dann hakt er die Liste ab: Steuersenkungen, mehr Geld für das Militär und auch mehr konservative Richter. Er wettert gegen Einwanderer, die Medien, die Demokraten im Allgemeinen und Hillary Clinton im Besonderen. Immer wieder wird er unterbrochen – durch Standing Ovations, Jubel und "USA! USA!"-Sprechchöre.

So begeistert haben sie Trump hier nicht immer empfangen. Als er vor sieben Jahren das erste Mal bei der CPAC auftrat und die erste wirklich politische Rede seines Lebens hielt, fiel die Reaktion deutlich frostiger aus. Zeitweise wurde er sogar ausgebuht. Trump war auch schon früher eine prominente Stimme auf der rechten Seite des politischen Spektrums, so richtig passte seine Agenda aber nicht zur damaligen Republikanischen Partei. Diese Lektion merkte er sich. Im Wahljahr 2016, als ein harter Vorwahlkampf um die republikanische Präsidentschaftsnominierung lief, sagte er seinen Auftritt bei der CPAC lieber ab.

Vermisst wurde er nicht. Als die damaligen Teilnehmer nach ihrem Favoriten für die Wahl gefragt wurden, landete der heutige Präsident nur auf dem dritten Platz – weit abgeschlagen hinter Ted Cruz. Der Senator aus Texas vertrat die klassischen Themen der konservativen Bewegung schlicht glaubwürdiger als der Geschäftsmann aus New York – und tut es nach Meinung einiger Teilnehmer immer noch.

"Stolz darauf, Homer, Bart, Maggie und Marge zu sein"

Cruz ist deshalb auf der CPAC immer noch beliebt. Als er am Donnerstag bei der Konferenz auftritt, ist der große Ballsaal fast bis zum letzten Platz belegt. Der Senator scherzt mit dem Moderator. Die Demokraten seien wie Lisa Simpson, sagt er. "Die Republikaner hingegen sind stolz darauf, Homer, Bart, Maggie und Marge zu sein." Das kommt an – gerade bei den jüngeren Besuchern. Und davon gibt es viele auf der CPAC.