Ein hitziges Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto hat einem Bericht zufolge die Aussöhnung der beiden Politiker vorerst verhindert. Die Vorbereitungen für ein persönliches Treffen in Washington seien abgebrochen worden, nachdem die beiden Politiker in dem Telefonat erneut wegen des umstrittenen Baus einer Grenzmauer zu Mexiko aneinandergeraten seien, berichtete die Washington Post am Wochenende.

Peña Nietos Büro wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren. Ein ranghoher US-Regierungsvertreter hingegen bestätigte am Samstag, die beiden Präsidenten "seien übereingekommen, dass gegenwärtig nicht der richtige Zeitpunkt für einen Besuch sei, dass aber die Teams beider Seiten weiter miteinander arbeiten werden". 

Der Nationale Sicherheitsrat der USA versuchte, Berichten über einen Bruch in den Beziehungen entgegenzutreten. Sprecher Michael Anton sagte, die Regierungen hätten in den vergangenen Jahren daran gearbeitet, ihre Kooperation zu vertiefen – etwa in der Sicherheits-, Einwanderungs- und Handelspolitik. 

Wahlkampfversprechen Mauerbau

Die Washington Post berichtete, Trump und Peña Nieto hätten am Dienstag für etwa 50 Minuten miteinander telefoniert. Zum Eklat sei es gekommen, als Trump sich geweigert habe, öffentlich die mexikanische Haltung anzuerkennen, dass das Land nicht für die von Trump geplante Grenzmauer zahlen werde. Trump habe die Fassung verloren. US-Vertreter wiederum beschrieben Trump als frustriert und außer sich, weil er Peña Nietos Forderung als völlig unangemessen erachtet habe, von seinem Wahlkampfversprechen abzurücken.

Trump hatte den Bau einer Mauer zwischen beiden Ländern als eines seiner Hauptwahlversprechen während seiner Kampagne und auch als Präsident immer wieder wiederholt. In seinem Haushaltsentwurf an den Kongress hat Trump 23 Milliarden Dollar für die Grenzsicherung beantragt. Ein großer Teil davon soll für den Bau einer Grenzmauer verwendet werden.  

Peña Nieto hatte bereits vor einigen Monaten einen Besuch in Washington abgesagt, nachdem Trump die Einführung einer Strafsteuer auf mexikanische Produkte zur Finanzierung der Mauer angedroht hatte. Die Amtszeit des mexikanischen Präsidenten endet in diesem Jahr.