Der Jurist Martin Selmayr soll das Amt des Generalsekretärs der EU-Kommission übernehmen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte an, dass sein bisheriger Kabinettschef vom 1. März an den bedeutenden Verwaltungsposten des Generalsekretärs übernehmen werde. Selmayr folgt damit auf den Niederländer Alexander Italianer, der das Amt seit 2015 innehatte. 

Der Chef des Generalsekretariats ist dafür zuständig, die Entscheidungsprozesse der Kommission zu leiten. Das Generalsekretariat gilt zudem als Schnittstelle zwischen der Kommission und den Institutionen der EU. 

Der 47-jährige Selmayr studierte in Genf, Passau, London und in Kalifornien. Er arbeitete als Rechtsberater der EZB und Lobbyist für einen Medienkonzern, bevor er 2004 Sprecher der EU-Kommission wurde. Selmayr ist Honorarprofessor für Europäisches Wirtschafts- und Finanzrecht an der Universität des Saarlandes.

Jean-Claude Juncker hatte bereits bekannt gegeben, dass er keine zweite Amtszeit als Kommissionspräsident anstrebe. Sein Mandat endet im Herbst 2019. Bis zum Ende von Junckers Amtszeit soll die Spanierin Clara Martínez Alberola, die derzeit als stellvertretende Kabinettschefin arbeitet, die Führung seines Kabinetts übernehmen.