Türkische Kampfjets haben nach Armeeangaben bei einem Angriff auf PKK-Stellungen im Nordirak 49 Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei getötet. Wie das Militär mitteilte, fand die Bombardierung bereits am Montag statt. Demnach wurden insgesamt 19 Stellungen angegriffen sowie Bunker, Verstecke und Waffen zerstört. Als Begründung hieß es, die PKK-Kämpfer hätten vermutlich selbst einen Angriff auf türkische Grenzstellungen vorbereitet.

Die PKK wird sowohl von der Türkei als auch von der Europäischen Union (EU) und den USA als Terrorgruppe eingestuft. Sie kämpft seit den 1980er-Jahren für mehr Autonomie im Südosten der Türkei. In dem Konflikt, der sich inzwischen auch auf den Norden Syriens ausgebreitet hat, wurden bereits mehr als 40.000 Menschen getötet. Zuletzt startete die türkische Armee eine Offensive gegen die kurdische Miliz YPG in der nordsyrischen Grenzregion Afrin. Die türkische Regierung betrachtet die Truppe als verlängerten Arm der PKK.

Kürzlich hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Türkei davor gewarnt, ihren Militäreinsatz in Nordsyrien als Vorwand für eine Invasion des Nachbarlandes zu nehmen. "Sollte sich herausstellen, dass diese Operation eine andere Wendung nimmt als der Kampf gegen eine potenzielle terroristische Bedrohung der türkischen Grenze, und zu einer Invasion wird, dann wird dies ein echtes Problem für uns", sagte er in einem Interview mit dem Figaro und erhielt umgehend Widerspruch aus Ankara. "Die ganze Welt weiß, dass die Türkei nicht mit der Absicht einer Invasion handelt. Sie sollte es wissen", sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım.

Staatschef Recep Tayyip Erdoğan drohte mit einer Ausweitung des Militäreinsatzes in der nordsyrischen Region Afrin bis zur irakischen Grenze. Die Türkei werde auch die Stadt Manbidsch "säubern" und "bis zur irakischen Grenze keinen Terroristen übrig lassen", sagte er bereits am Freitag in einer Rede in Ankara. Die türkische Armee werde kämpfen, bis "wir unsere Ziele erreichen".