Wird nun, da die Winterspiele in Pyeongchang zu Ende gegangen sind, die Annäherung auf der koreanischen Halbinsel anhalten? Wird es nach der Dialog zwischen Nord und Süd auch zu einem Dialog zwischen Nordkorea und den USA kommen? Südkoreas Staatspräsident Moon Jae In spricht jetzt stolz von "Friedensspielen". Seiner Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass die Regierungen in Seoul und Pjöngjang nach Jahren feindseligen Schweigens wieder miteinander ins Gespräch gekommen sind.

Moon und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un haben die Chance genutzt, die sich ihnen mit den Olympischen Spielen bot. Der eine weil er ungestörte Wettkämpfe wollte, der andere weil ihm die Wirtschaftssanktionen allmählich die Luft abschnüren.

Nur der Dritte steht skeptisch daneben und mag dem olympischen Frieden nicht trauen. Es könne keine Gespräche mit dem Norden geben, sagt Donald Trump, wenn deren Ziel nicht die vollständige Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms sei. Für Kim Jong Un aber ist ein solcher Verzicht inakzeptabel. An diesem Grundwiderspruch der Korea-Krise haben die friedlichen Tage von Pyeongchang nichts geändert.

Noch bevor das olympische Feuer wieder erloschen war, verschärfte Donald Trump die von seiner Regierung verhängten Sanktionen. Die jetzt beschlossenen Maßnahmen richten sich gegen Reedereien, deren Schiffe – gegen das Verbot der Vereinten Nationen – auf hoher See Kohle aus Nordkorea aufnehmen oder Öl in nordkoreanische Tanker pumpen.

Nordkorea nennt die neuen Sanktionen eine "kriegerische Handlung". Donald Trump wiederum droht: "Falls die Sanktionen nicht wirken, müssen wir zu Phase zwei übergehen."

Niemand weiß, was mit "Phase zwei" gemeint ist. Aber die Ankündigung klingt bedrohlich genug. Die US-Regierung hat ja ein militärisches Vorgehen gegen das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil, sie hat es fast unvermeidlich genannt für den Fall, dass Pjöngjang nicht einlenken sollte.

In besonders drastischen Worten hat vor knapp zwei Wochen auf der Münchner Sicherheitskonferenz der republikanische Senator James E. Risch diese Position noch einmal bekräftigt. Er wisse gar nicht, woher die Gerüchte stammten, Amerika bereite begrenzte Militärschläge gegen den Norden vor, sogenannte bloody nose strikes. Nein, wenn es zum Krieg käme, dann würden ihn die Vereinigten Staaten mit voller Wucht führen. Die Zahl der Opfer könnte "biblische Dimensionen" erreichen. Immerhin, der Krieg würde "sehr, sehr kurz" sein.

Niemand solle an der Entschlossenheit Donald Trumps zweifeln, fügte der Senator hinzu. Die Situation sei wirklich bedrohlich. "Es gibt keinen gefährlicheren Platz auf dem Planeten als die koreanische Halbinsel."