Die US-Regierung will noch vor dem Ende der Olympischen Winterspiele in Südkorea neue Sanktionen gegen Nordkorea verhängen. "Heute gebe ich bekannt, dass wir das größte Maß an neuen Sanktionen gegen das Regime in Nordkorea verhängen, das es je gegeben hat", sagte US-Präsident Donald Trump mit Verweis auf eine größere Rede, die er im Tagesverlauf halten wollte.   

Das US-Finanzministerium werde bald Maßnahmen ergreifen, um "Einnahmequellen trocken zu legen", die Nordkorea für sein Atomprogramm und das Militär nutze. Die Sanktionen richten sich demnach gegen mehr als 50 Reedereien, Schiffe und Handelsfirmen, welche die Regierung in Pjöngjang darin unterstützen sollen, bisherige Strafmaßahmen zu umgehen. Anfang Februar hatte bereits US-Vizepräsident Mike Pence während eines Besuchs in Japan drastische Wirtschaftsstrafen gegen Nordkorea angekündigt.

Die USA, die UN und die EU hatten bereits in den vergangenen Monaten mit neuen Sanktionen auf die nordkoreanischen Atom- und Raketentests reagiert. Während der derzeitigen Olympischen Winterspiele in Südkorea kam es zwar zu einer diplomatischen Annäherung zwischen den beiden koreanischen Staaten, ein direkter Austausch zwischen den USA und Nordkorea blieb aber aus.

Nordkorea soll Treffen abgesagt haben

Pence sowie eine hochrangige nordkoreanische Delegation waren zwar zu der Eröffnungsfeier der Spiele in Pyeongchang gereist, doch ein Gespräch zwischen den beiden Delegationen kam nicht zustande. Nach Angaben der US-Regierung war ein Geheimtreffen mit den Nordkoreanern zwar geplant, doch sagte die nordkoreanische Seite in letzter Minute ab.

Pence kritisierte am Donnerstag die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, die der Delegation in Pyeongchang angehört hatte. Kim Yo Jong sei eine "zentrale Säule des tyrannischsten und repressivsten Regimes auf dem Planeten", sagte Pence in seiner Rede vor der CPAC-Jahresversammlung der Konservativen.

Zur Abschlussfeier der Winterspiele am Sonntag werden Pence und Kim Yo Jong nicht erneut nach Südkorea reisen. Die USA werden durch die Präsidententochter Ivanka Trump vertreten. Sie plant nach Angaben von Trump-Sprecherin Sarah Sanders keine Begegnungen mit nordkoreanischen Vertretern.

Die Delegation aus Pjöngjang wird nach südkoreanischen Angaben von dem General Kim Yong Chol angeführt. Er ist für die Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten zuständig.