Der russische Außenminister Sergej Lawrow macht Rebellen im syrischen Ostghuta für die anhaltende Kämpfe verantwortlich. Dort sollte seit Dienstag täglich eine Feuerpause von 9 bis 14 Uhr gelten. Doch "verschanzte militante Kämpfer beschießen weiterhin Damaskus, sie blockieren Hilfskonvois und verhindern die Rettung der Menschen, die flüchten wollen", sagte Lawrow in Genf vor dem UN-Menschenrechtsrat.

Wegen der großen Not der unter Dauerbeschuss in Ostghuta eingeschlossenen 400.000 Zivilisten haben Russland und die syrische Regierung jeweils für vormittags eine fünfstündige Feuerpause versprochen. Sie trat wenige Stunden vor Lawrows Auftritt zum zweiten Mal in Kraft. Kurz vor Beginn meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erneut heftige Kämpfe sowie Luft- und Artillerieangriffe von Regierungsseite. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Die Situation in Syrien

Die Situation in Syrien

IHS Conflict Monitor, New York Times. Stand: 5. Februar 2018. Grafik: Matthias Holz/ZEIT ONLINE

UN-Vertreter halten eine fünf Stunden lange Feuerpause für völlig unzureichend. In der kurzen Zeit könnten keine Hilfsgüter in die Gebiete gefahren, entladen und verteilt werden und Verletzte könnten so schnell nicht gefunden, stabilisiert und herausgebracht werden.

Lawrow machte für die Destabilisierung in der Region die USA und Verbündete verantwortlich, die die Machthaber im Irak und in Libyen, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi, gestürzt hatten. "Niemals in der Geschichte hat die absichtliche Zerstörung von Staaten sich als Segen für die Menschen herausgestellt, immer hat es eine humanitäre Katastrophe gebracht", sagte Lawrow. Die Länder seien damit für Migration und den Anstieg des Terrorismus verantwortlich.