Sonderermittler Robert Mueller hat Donald Trumps ehemaligem Wahlkampfleiter Paul Manafort und seinem Vize Rick Gates neben Geldwäsche auch Steuer- und Bankbetrug angelastet. Das geht aus neu eingereichten Gerichtsunterlagen hervor.

Unter anderem habe Manafort mithilfe von Gates mehr als 30 Millionen US-Dollar (24,4 Millionen Euro) gewaschen. Den beiden Männern wird vorgeworfen, den Umsatz ihres Unternehmens höher angegeben zu haben, um Darlehen zu bekommen. Zudem soll Manafort von 2010 bis 2014 keine Steuern gezahlt und ausländische Bankkonten verschwiegen haben. 

Manafort wies die Vorwürfe zurück. Er sei unschuldig, ließ er über sein Sprecher mitteilen. Der ehemalige Wahlkampfmanager sei zuversichtlich, dass er freigesprochen werde. Zudem seien Manaforts Rechte verletzt worden; diese müssten wieder "in Ordnung gebracht werden", forderte der Sprecher.

Klagepunkte nicht mit Wahlkampf verbunden

Die Anklagen gegen die früheren Trump-Getreuen hatten sich aus den Ermittlungen ergeben, die der FBI-Sonderermittler Mueller zur Aufklärung der Russland-Affäre führt. Dabei versucht er herauszufinden, inwieweit die russische Regierung Einfluss auf die US-Wahl genommen hat. Russland hat den Vorwurf zurückgewiesen.

Manafort leitete von Juni bis August 2016 Trumps Wahlkampf; mit der Trump-Kampagne stehen die Vorwürfe nicht in direktem Zusammenhang. Trump selbst wurde in der Anklage nicht erwähnt.

Bereits im vergangenen Oktober hatte Mueller Manafort wegen krimineller Verschwörung angeklagt. Unter die damalige Anklage fallen Punkte, die mit Manaforts politischer Beratertätigkeit in der Ukraine zu tun haben – darunter Verschwörung zur Geldwäsche und das Handeln als nicht registrierter ausländischer Agent.