Nach dem tödlichen Angriff auf eine Schule in Florida setzen sich Schülerinnen und Schüler des Landes für schärfere Waffengesetze ein. Aus der Marjory Stoneman Douglas High School aus Parkland reisten zahlreiche Schüler mit dem Bus nach Tallahassee, der Hauptstadt Floridas, um einer Entscheidung des Repräsentantenhauses beizuwohnen. Die Abgeordneten – in der Mehrzahl Republikaner – befassten sich mit einem Gesetzentwurf, der bestimmte halbautomatische Schusswaffen und große Magazine verbieten sollte. Doch eine Debatte über den Entwurf wurde mit 71 zu 36 Stimmen abgelehnt.

Nach dem Beschluss der Abgeordneten brachen einige Schüler in Tränen aus, wie CNN berichtete. An ihrer Highschool in Parkland hatte vor einer Woche ein ehemaliger Schüler 17 Menschen mit einer halbautomatischen Waffe getötet.

Überlebende der Gewalttat wollen nun für schärfere Gesetze auf die Straßen gehen. In verschiedenen anderen Bundesstaaten kündigten Schüler Streiks mit dem gleichen Ziel an. Für den 24. März planen die Schüler außerdem eine Großdemonstration in der Hauptstadt Washington – einen nationalen "Marsch für unsere Leben". Er soll sich insbesondere gegen den großen politischen Einfluss der Waffenlobby NRA richten.

Der Demonstration Mitte März will sich Hollywood-Schauspieler George Clooney anschließen. Auch die TV-Moderatorin Oprah Winfrey und der Regisseur Steven Spielberg haben ihre Unterstützung zugesichert und Spenden in Höhe von 500.000 Dollar in Aussicht gestellt.

Schüler treffen Trump

Bereits am Mittwoch sollen Schüler und Lehrer der Stoneman Douglas High School sowie Betroffene vergangener Massaker an US-amerikanischen Schulen die Gelegenheit bekommen, US-Präsident Donald Trump zu treffen und ihre Anliegen zum Thema Waffengewalt und -gesetzgebung zu formulieren. Trump hatte nach dem jüngsten Massaker in den USA eine Verschärfung der Waffengesetze angekündigt. Das Justizministerium sei beauftragt, ein Verkaufsverbot für sogenannte Bump Stocks auszuarbeiten, hatte Trump erklärt.

Halbautomatische Waffen, die mit einem speziellen Plastikaufsatz, der Bump Stock genannt wird, versehen werden, können so schnell schießen wie vollautomatische Maschinengewehre. Ein Verbot dieser Aufsatzvorrichtung wird seit Oktober vergangenen Jahres diskutiert, als ein Amokschütze in Las Vegas 58 Menschen tötete.