Die EU-Kommission erwägt einem Bericht zufolge, die Fördermittel für strukturschwache Regionen auf ärmere Mitgliedsstaaten zu beschränken. Vergleichsweise reiche Länder wie Deutschland könnten ihre problematischen Regionen ohne Hilfe aus Brüssel unterstützen, berichtet das Handelsblatt (Bezahlschranke) unter Berufung auf EU-Diplomaten. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wolle den Vorschlag am 14. Februar zur Debatte stellen.

Der Vorstoß wird dem Bericht zufolge durch die zunehmende Geldnot der EU begründet. Jährlich fehlten der Staatengemeinschaft allein durch den Brexit rund zehn Milliarden Euro, weil mit Großbritannien der zweitgrößte Nettozahler wegfalle. Zudem stünden teure Aufgaben bevor: die gemeinsame Verteidigungspolitik, der Kampf gegen den Terror und die Bekämpfung von Fluchtursachen.

Mit "intelligenten Sparmaßnahmen" könne man zumindest einen Teil der Kosten auffangen, hieß es laut Handelsblatt dazu aus EU-Kreisen. Würde man alle Länder mit einem in der EU überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen aus der Förderung herausnehmen, könnten in der nächsten siebenjährigen Finanzierungsperiode 100 Milliarden Euro gespart werden. Von den Sparmaßnahmen wären neben Deutschland auch Frankreich, die Benelux-Staaten, Schweden, Dänemark, Österreich, Irland und Finnland betroffen.   

Die politische Durchsetzung dieser Maßnahme ist allerdings höchst fraglich. Denn auch für die wohlhabenden EU-Staaten sind die Strukturfonds eine wichtige Einnahmequelle – in der aktuellen siebenjährigen Periode erhält die Bundesrepublik laut Handelsblatt bis zu 28 Milliarden Euro.