Die kurdische Miliz YPG hat sich offenbar mit den Regierungsgruppen verbündet, um im Norden Syriens gegen die türkische Armee zu kämpfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den hochrangigen Kurdenvertreter Badran Jia Kurd. Demnach handelt es sich um eine rein militärische Vereinbarung. Die Truppen von Syriens Machthaber Al-Assad sollen innerhalb von zwei Tagen in der Region Afrin an die Grenze zur Türkei verlegt werden. 

Die Angaben wurden von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana und im syrischen Staatsfernsehen bestätigt. Der syrischen Regierung nahestehende Kräfte stünden kurz vor einem Einmarsch in Afrin, hieß es. Der Schritt würde "innerhalb von Stunden" erfolgen. Weitere Details wurden nicht genannt. 

Das Bündnis wendet sich demnach gemeinsam gegen die türkische Offensive in Afrin, wo die Türkei im Januar begonnen hatte, die YPG-Miliz anzugreifen, um sie von dort vertreiben. Die Türkei betrachtet die kurdischen Kämpfer als Terroristen und Ableger kurdischer Rebellen in der Türkei.  Sowohl die Kurden als auch die syrische Führung wollen dagegen verhindern, dass die Türkei ihren Einflussbereich ausdehnt.

Die Militäroffensive der Türkei hatte auch dafür gesorgt, dass sich die Beziehungen der Türkei zu ihren Nato-Verbündeten und vor allem der USA verschlechtert hatten. Für die USA ist die kurdische Miliz eine der wirkungsvollsten Verbündeten im Kampf gegen den sogenannten "Islamischen Staat".  Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte gesagt, die US-Truppen müssten mit einer "osmanischen Ohrfeige" rechnen, sollten sie sich einem Angriff der Türkei auf die nordsyrische Stadt Manbidsch in den Weg stellen.

Die Situation in Syrien

Quelle: IHS Conflict Monitor, New York Times. Stand: 5. Februar 2018. Grafik: Matthias Holz/ZEIT ONLINE

Am Wochenende hatte es in kurdischen und syrischen Medien Berichte gegeben, wonach die türkische Armee ein Dorf in der Region Afrin Giftgas eingesetzt haben soll. Sechs Zivilisten seinen in ein Krankenhaus gebracht worden. Von unabhängiger Seite waren diese Berichte nicht zu überprüfen. Die Türkei bestreitet die Vorwürfe. Die Soldaten würden sich bemühen, keine Zivilisten in Mitleidenschaft zu ziehen.