Seit sieben Jahren wird in Syrien gekämpft und ein Ende ist nicht in Sicht. Zwar ist der "Islamische Staat" besiegt, dafür aber gehen seit Beginn des Jahres die Beteiligten der internationalen Anti-IS-Allianz heftiger denn je aufeinander los. Die Lage in dem Bürgerkriegsland ist außer Kontrolle – mit unabsehbaren Folgen für seine Bewohner sowie für die gesamte Region.

Daraus könnte sich nicht nur ein Konflikt zwischen Israel und dem Iran entwickeln. Auch die USA und Russland könnten offen aneinander geraten, während das Assad-Regime die eigene Bevölkerung in den verbliebenen Enklaven der Aufständischen massakriert. Wir dokumentieren die fünf gefährlichsten Konflikte.

Assad-Regime gegen Opposition

Seit Wochen schon wird die Rebellen-Enklave Ostghuta östlich von Damaskus bombardiert. "Was hier passiert, ist jenseits jeder menschlichen Vorstellungskraft", sagte der UN-Hilfekoordinator für Syrien, Panos Moumtzis. "Dieser Alptraum muss aufhören und zwar sofort." Allein in dieser Woche kamen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bereits mehr als 300 Frauen, Männer und Kinder ums Leben, die meisten begraben unter den Trümmern ihrer zusammengestürzten Häuser.

Die Situation in Syrien

Quelle: IHS Conflict Monitor, New York Times. Stand: 5. Februar 2018. Grafik: Matthias Holz/ZEIT ONLINE

Drei weitere Krankenhäuser wurden durch die syrisch-russischen Bombardierungen zerstört, Narkosemittel und wichtige Medikamente gehen zur Neige. Mehr als 1.400 Menschen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt, die letzten noch funktionsfähigen Hospitälersind von dem Elend komplett überfordert.

Zehntausende der 400.000 Eingeschlossenen Ostghoutas hungern. Seit Ende November ließ das Regime aber lediglich einen einzigen UN-Hilfstransport den Belagerungsring passieren. Inzwischen zieht Bashar al-Assad rund um Ostghouta die Elitetruppen der sogenannten Tiger-Division zusammen, die das gesamte Gebiet zurückerobern sollen. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich von dem Leid der Menschen "zutiefst alarmiert". Denn der Diktator lässt keine Zweifel daran, dass er alle Gegner für Terroristen hält und "jeden Zentimeter" des syrischen Territoriums wieder unter seine Kontrolle bringen will.

Der militärische Durchbruch gelang seiner Armee vor gut einem Jahr, als sie nach einem Dauerbombardement den Rebellen deren Zentrum Ost-Aleppo entreißen konnte. Die gleiche Strategie verfolgt das Regime nun auch gegen Ostghouta und Idlib im Norden, wo vier Millionen Menschen leben.