Bei neuen Angriffen auf das syrische Rebellengebiet Ostghuta sind Aktivisten zufolge mindestens 13 Zivilisten gestorben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete zudem mindestens 100 Verletzte. Das Gebiet um die Stadt Duma sei am Morgen von rund 200 Granaten getroffen worden. Helfer könnten deswegen Verletzte nicht erreichen, berichteten Aktivisten.

Die Beobachtungsstelle steht der Opposition nahe, ihre Informationen können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Nach Zählung der Beobachtungsstelle wurden seit dem Beginn der Offensive der Regierungstruppen auf die östlichen Vororte von Damaskus mindestens 335 Zivilisten getötet. Mehr als 1.500 Menschen seien verletzt worden.

Ostghuta gehört zu den letzten Gebieten des Bürgerkriegslandes, die noch unter der Kontrolle von Rebellen stehen. Dominiert wird die Region, die seit 2013 belagert wird, von islamistischen Milizen. Die humanitäre Situation ist katastrophal: Rund 400.000 Menschen sind fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Sie leiden Hunger, es gibt kaum Medikamente. Der UN-Sicherheitsrat will nun über einen Resolutionsentwurf abstimmen, in dem eine 30-tägige Feuerpause in Syrien gefordert wird.

Mehr europäisches Engagement

Russland, das mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verbündet ist, hatte in der Nacht erklärt, dass Gespräche über ein Ende der Kämpfe gescheitert seien. Die Bundeskanzlerin zeigte sich besorgt. "Wir müssen alles, was in unserer Kraft steht, tun, damit dieses Massaker ein Ende findet", sagte Angela Merkel. Diese Aufforderung gelte auch den Verbündeten des "Assad-Regimes, ganz besonders Iran und Russland".

"Was wir im Augenblick sehen, die schrecklichen Ereignisse in Syrien, der Kampf eines Regimes nicht gegen Terroristen, sondern gegen seine eigene Bevölkerung, die Tötung von Kindern, das Zerstören von Krankenhäusern, all das ist ein Massaker, das es zu verurteilen gilt", sagte Merkel in ihrer Regierungserklärung.

Die EU müsse diesem Geschehen ein "klares Nein" entgegensetzen. Zudem fordere die Lage, dass die europäischen Staaten eine größere Rolle bei der Beendigung solcher Massaker spielten. "Darum müssen wir uns als Europäer bemühen."

Die Situation in Syrien

Quelle: IHS Conflict Monitor, New York Times. Stand: 5. Februar 2018. Grafik: Matthias Holz/ZEIT ONLINE