Nach Berichten über erneute Chlorgasangriffe in Syrien hat der UN-Sicherheitsrat um eine Stellungnahme gerungen aber keinen Konsens gefunden. Vertreter der USA und Russlands stritten in New York über einen Vorschlag der amerikanischen Regierung, die mutmaßlichen Chemiewaffenangriffe zu verurteilen.

Laut der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Niki Haley, gibt es "offensichtliche Hinweise auf Dutzende Opfer", die den Chlorgasangriff in der Rebellenhochburg Ost-Ghuta belegten. "Nun haben wir Berichte, dass die Assad-Regierung in den vergangenen Wochen mehrfach Chlorgas gegen ihr Volk eingesetzt hat, darunter erst gestern", sagte Haley. Sie schlug vor, den mutmaßlichen Chlorgasangriff auf die Stadt Duma vom 1. Februar "auf das Schärfste" zu verurteilen. Dabei waren Aktivisten zufolge mehr als 20 Zivilisten verletzt worden.

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensia warf den USA eine Propagandakampagne vor, die gegen die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gerichtet sei. Er legte einen Gegenentwurf vor. Darin wird eine "glaubhafte und professionelle Überprüfung" der Berichte gefordert. Die USA lehnten die Änderungen ab, weshalb nach Angaben von Diplomaten keine Stellungnahme verabschiedet wurde.

Nach Angaben der Vereinten Nationen setzten die syrischen Regierungstruppen 2014 und 2015 Chlorgas ein und verwendeten 2016 in Idlib auch das Nervengas Sarin. Die syrische Regierung bestreitet den Einsatz von Chemiewaffen, doch gibt es regelmäßig neue Vorwürfe. Auch in Ost-Ghuta gab es erst kürzlich Hinweise auf den Einsatz von Chlorgas.