Die US-geführte Militärkoalition hat nach eigenen Angaben in Syrien mehr als hundert regierungstreue Soldaten getötet. Der Angriff sei zur Selbstverteidigung erfolgt, sagte ein Vertreter des US-Militärs. Erklärter Gegner der US-Koalition ist eigentlich die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Nach Informationen des US-Militärangehörigen hätten dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad nahestehende Truppen das Hauptquartier der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) angegriffen, wo sich auch Kämpfer der Anti-IS-Koalition befunden haben sollen. Die Regierungstruppen seien in großer Formation, begleitet von Artillerie, auf die Stellung vorgerückt. Der Angriff auf die Anhänger des syrischen Präsidenten sei demnach als eine Verteidigungsmaßnahme nach einem "unprovozierten Angriff" zu werten. 

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte schloss sich dieser Darstellung an: Die Anti-IS-Koalition habe in der Nacht zum Donnerstag in der östlichen Provinz Deir al-Sur Luftangriffe geflogen, nachdem die syrische Regierung Stellungen der SDF angegriffen habe.

Dem widerspricht die syrische Führung: Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, Truppen der US-geführten internationalen Koalition hätten im Osten Syriens Kräfte bombardiert, die die IS-Terrormiliz und die SDF bekämpften. Im Staatsfernsehen war von einer "neuen Aggression und einem Versuch zur Unterstützung des Terrorismus" die Rede.

Die Vereinigten Staaten unterstützen die SDF im Kampf gegen die IS-Terrormiliz und haben den Truppen Berater zur Verfügung gestellt. In der Provinz Deir al-Sur kämpfen die Oppositionskräfte auf der einen Seite des Euphrats, auf der anderen Seite sind syrische Regierungskräfte aktiv.

US-Beobachter berichteten, dass in der vergangenen Woche vermehrt syrische Regierungssoldaten in die Region rund um die Stadt Deir al-Sur gekommen seien. Es wird vermutet, dass die Truppen Gebiete zurückerobern wollen, die die SDF im September vom IS befreit hatten. In den betroffenen Gebieten sollen US-Angaben zufolge Ölfelder liegen.