US-Verteidigungsminister James Mattis hat die Luftangriffe der US-geführten Militärkoalition auf regierungstreue Kämpfer in Syrien gerechtfertigt. "Es war Selbstverteidigung", sagte Mattis. "Wir schalten uns nicht in den syrischen Bürgerkrieg ein." Bei den Angriffen sollen mehr als hundert syrische Soldaten getötet worden sein. Das Pentagon wollte die Zahl nicht bestätigen, die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte von 45 Toten aufseiten der Regierungstruppen gesprochen.

Laut einem Sprecher des US-Militärs hatten die Soldaten das Hauptquartier der mit den USA verbündeten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in der Provinz Deir al-Sur mit Panzern und Artillerie beschossen. Daraufhin habe die US-geführte Koalition in der Nacht zu Donnerstag zur Selbstverteidigung einen Gegenangriff mit Kampfflugzeugen und Artillerie gestartet.

Mattis nannte den Vorfall "verwirrend" und sagte, er könne sich nicht erklären, warum die regierungstreuen Truppen die SDF-Stellungen angegriffen hätten, an denen sich auch US-Spezialkräfte aufgehalten hätten. Die USA gehören zwar zu den Gegnern von Syriens Machthaber Baschar al-Assad, vertreten aber die Linie, sich aus dem Bürgerkrieg herauszuhalten und nur die Terrormiliz IS zu bekämpfen. An dieser Haltung habe sich nichts geändert, sagte Mattis.

Syrien kritisierte den Luftangriff als "Aggression" sowie "Terrorunterstützung" und warf der US-geführten Militärkoalition ein "Massaker" vor. Russlands Botschafter bei der Uno, Wassili Nebensia, kritisierte die Angriffe als "kriminell". In einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats habe er gegen den Angriff protestiert und die USA "daran erinnert, dass sie illegal in Syrien sind". "Sie wurden nicht eingeladen", sagte Nebensia. Die US-Regierung "behauptet die ganze Zeit, dass sie den internationalen Terrorismus bekämpft, aber wir sehen, dass es darüber hinaus geht".