Seit dem Beginn der Militäroffensive gegen kurdische Milizen in Nordwestsyrien vor einem Monat wurden insgesamt 786 Menschen in der Türkei wegen "Terrorpropaganda" festgenommen. Das teilte das türkische Innenministerium mit. Demnach wurden die Behörden in 587 Fällen wegen Äußerungen in sozialen Medien aktiv. Die anderen Festnahmen seien wegen der Teilnahme an Protesten erfolgt.

Die türkische Armee hat die Offensive gegen die kurdische Miliz YPG am 20. Januar begonnen. Seitdem geht die türkische Polizei immer wieder gegen Kritiker des Militäreinsatzes vor. Dabei wurde auch die bekannte Journalistin und Aktivistin Nurcan Baysal vorübergehend festgenommen. Auch gegen Abgeordnete der prokurdischen Oppositionspartei HDP wird ermittelt.

Die Türkei betrachtet die mit den USA verbündete Miliz YPG als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Die PKK steht in der Türkei, der EU und den USA auf der Terrorliste.