Die US-Justiz hat Anklage gegen 13 russische Staatsbürger sowie drei russische Organisationen wegen Einflussnahme auf US-Wahlen erhoben. Alle Angeklagten würden einer Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten beschuldigt, sagte Sonderermittler Robert Mueller. Nach Darstellung einer Grand Jury, die die Anklage formulierte, lauteten die Vorwürfe Konspiration, Betrug unter Einsatz von Kommunikationsmitteln, Bankbetrug und schwere Fälle von Identitätsdiebstahl.

Die Angeklagten hätten mit ihren Aktionen schon 2014 begonnen, heißt es in der vom Justizministerium veröffentlichten Klageschrift. Auch der Präsidentschaftswahlkampf 2016 ist demnach betroffen. Einige der Angeklagten hätten sich als Amerikaner ausgegeben und mit Personen kommuniziert, die mit der Kampagne des späteren Wahlsiegers Donald Trump in Verbindung gebracht würden. Die Tatvorwürfe seien durch zahlreiche Indizien untermauert.  

Der Sonderermittler Mueller untersucht, inwieweit sich russische Kräfte in den Wahlkampf der Präsidentschaftswahl eingemischt haben. Zudem geht es um mögliche illegale Verbindungen zwischen dem Lager des heutigen Präsidenten Donald Trump und der Regierung in Moskau im Wahlkampf. Es steht auch der Vorwurf im Raum, dass Trump im Zusammenhang mit der Affäre die Justiz behindert haben soll.

Der damals gewählte Trump hatte eine Wahleinmischung seitens Russlands immer bestritten. Er bezeichnet die Ermittlungen als Hexenjagd und warf den Ermittlern Parteinahme vor – ein seit der Watergate-Abhöraffäre um Richard Nixon einmaliger Vorgang.

Trump hatte ein Memo des republikanischen Geheimdienstausschusschefs Devin Nunes veröffentlicht, in dem Nunes der Bundespolizei FBI Ermittlungsfehler vorwarf. Konkret geht es um die Überwachung von Carter Page, einem ehemaligen Wahlkampfberater von Trump. Dem Memo zufolge soll sich das FBI bei Pages Überwachung auf eine fragwürdige Quelle gestützt haben.