Die erneute Haushaltssperre in den USA war nur von kurzer Dauer: Der Senat stimmte noch in der Nacht auf Freitag für ein neues Budget, am frühen Morgen (Ortszeit) wurde das Haushaltsgesetz für die nächsten zwei Jahre auch im Repräsentantenhaus verabschiedet. Präsident Donald Trump hat es mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt.

In beiden Kongresskammern stand ein Kompromiss zur Abstimmung, den die Spitzen der Republikaner und Demokraten nach monatelangen Verhandlungen geschlossen hatten. Der republikanische Abgeordnete Rand Paul hatte das Verfahren jedoch mit einer langen Rede im Senat aufgehalten. Nach Ablauf der Frist um Mitternacht war damit der Shutdown unvermeidbar, sämtliche staatliche Einrichtungen hätten dann am Freitagmorgen etwa keine Löhne mehr bezahlen können und hätten schließen müssen.

Das verabschiedete  Gesetz sieht vor, dass die Ausgabenbegrenzung in den nächsten zwei Jahren um knapp 300 Milliarden Dollar höher liegen als bisher geplant. Dadurch sollen unter anderem Mehrausgaben für das Militär finanziert werden: Das Pentagon könnte dann im laufenden Haushaltsjahr 80 Milliarden Dollar mehr ausgeben, im kommenden hätte es 85 Milliarden mehr.

Rand Paul hatte kritisiert, dass das Gesetz die Staatsverschuldung deutlich erhöhen würde. Der Politiker aus Kentucky sagte, er sei in den Kongress gekommen, um gegen Haushaltsdefizite zu kämpfen. Republikaner und Demokraten würden nun aber Geld "bis zur Besinnungslosigkeit" ausgeben. Der Senator forderte vergeblich, dass die Kammer über einen Zusatzartikel zu dem Gesetz abstimmen möge. Er verhinderte aber bis nach 1 Uhr morgens (Ortszeit) ein Ende der Debatte über das Gesetz und somit eine Abstimmung.

Paul gilt als Querkopf der Republikaner im Senat. Er verfolgt eine libertäre Agenda und setzt sich für eine strikte Haushaltsdisziplin ein. Allerdings hatte er unlängst Donald Trumps Steuerreform seine Stimme gegeben. Auch dieses Gesetzeswerk wird die Schuldenlast der USA beträchtlich vergrößern. Vor der Präsidentenwahl 2016 bewarb sich Paul um die Kandidatur der Republikaner, schied bei den Vorwahlen aber schon früh aus.