Zyperns Präsident Nikos Anastasiades ist für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt errang der konservative Staatschef des EU-Mitgliedslandes nach dem amtlichen Endergebnis 56 Prozent der Stimmen. Sein linksgerichteter Herausforderer Stavros Malas kam auf 44 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 73 Prozent.

Der 71-jährige Anastasiades hatte die erste Wahlrunde am 28. Januar mit 35,5 Prozent der Stimmen gewonnen, der frühere Gesundheitsminister Malas erreichte mit 30 Prozent den zweiten Platz. Beide Kandidaten setzen sich für Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel ein.

Anastasiades hat angekündigt, dass die kommende fünfjährige Amtszeit seine letzte wäre. Er hatte die Wähler gebeten, seiner Erfahrung zu vertrauen, um dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft weiter wachse. "Unser Land ist noch immer mit Problemen konfrontiert und was benötigt wird, ist die Zusammenarbeit von uns allen", sagte Anastasiades nach seiner Stimmabgabe. "Ungeachtet dessen, wer heute Abend der Gewinner sein wird, morgen muss ein Tag für jeden, von jedem sein."

Der 50-jährige Malas sagte, er stehe für Wandel in einem ausgelaugten politischen System, in dem gewöhnliche Zyprer zu kurz kämen. Malas wurde von der Partei Akel unterstützt, die kommunistische Wurzeln hat.

Malas wandte sich an junge Wähler, Frauen und Arbeiter, die noch Auswirkungen der Finanzkrise spürten, die vor knapp fünf Jahren fast zum Bankrott des Landes geführt hatte. "Wir wollen Brücken zwischen staatlichen Institutionen und Bürgern bauen", sagte er bei der Stimmabgabe. "Und der beste Weg, um das zu tun, ist immer die Wahrheit zu sagen, Wahrheit, Wahrheit und keine Lügen", sagte er.

Zypern ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Griechenland unterstützten Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Schutzmacht Ankara anerkannt und ist auch wirtschaftlich völlig abhängig von der Türkei.

Die Präsidentschaftswahl findet sechs Monate nach dem erneuten Scheitern der Verhandlungen über die Wiedervereinigung Zyperns statt. Die Gespräche zwischen der griechisch-zyprischen Regierung in Nikosia und der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern waren nach anfänglich großen Hoffnungen im Juli ergebnislos abgebrochen worden.

Die Republik Zypern trat 2004 der EU und dem Euro bei. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel, auf der rund eine Million Menschen leben, Mitglied der Europäischen Union.