US-Justizminister Jeff Sessions hat am Freitag den früheren stellvertretenden FBI-Chef, Andrew McCabe, zwei Tage vor dessen Pensionierung gefeuert. Er habe einem Reporter interne Informationen verraten und später bei Befragung darüber falsche Angaben gemacht, lautete amerikanischen Medien zufolge die Begründung.

McCabe galt als Vertrauter des von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr entlassenen früheren FBI-Chefs James Comey. Nach Comeys Rauswurf war McCabe für kurze Zeit amtierender FBI-Chef. Er gehörte zu den ersten führenden FBI-Mitarbeitern, die mögliche Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland untersucht hatten. McCabe wurde vom US-Präsidenten wiederholt öffentlich kritisiert.

McCabe bezeichnete seine Entlassung in einer Mitteilung als Teil von Trumps "Krieg gegen das FBI". Es sei einfach falsch zu behaupten, er sei unehrlich gewesen, sagte er der New York Times in einem Interview. "Es handelt sich um den Versuch, mich als Zeugen zu diskreditieren." Er bezog sich dabei auf seiner Erlebnisse rund um die Entlassung Comeys. Trump wird vorgeworfen, damit die Justiz behindert zu haben.

Laut einem Bericht der Washington Post fragte Trump McCabe in dessen Zeit als amtierender FBI-Chef, für wen er bei der Präsidentenwahl gestimmt habe. Die Frage wurde öffentlich als Tabubruch gewertet.

McCabe trat Anfang des Jahres als Vizedirektor des FBI zurück. Seitdem war er einfacher Agent der Bundespolizei. An diesem Sonntag sollte er an seinem 50. Geburtstag in Rente gehen. Durch die vorzeitige Entlassung kommt er nicht in den vollständigen Genuss aller Pensionsansprüche.