Unbekannte haben auf die Fahrzeugkolonne des früheren brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva gefeuert. Mindestens zwei Busse seines Wahlkampfteams seien von drei Kugeln getroffen worden, teilte Lula auf Twitter mit. Der Vorfall habe sich zwischen Quedas do Iguaçu und Laranjeiras do Sul im Süden des Landes ereignet, verletzt wurde niemand.

Die Chefin von Lilas Arbeiterpartei (PT), Gleisi Hoffmann, sprach von einem Mordversuch. Der oder die Schützen hätten die Absicht gehabt, "Menschen zu treffen", die sich im Inneren der Reisebusse befunden haben. Es sei noch zu klären, ob Lula persönlich habe getroffen werden sollen. So seien in den beschossenen Bussen Journalisten und Gäste gewesen, Lula habe sich in einem anderen Fahrzeug befunden.

Lula bereist derzeit den Süden Brasiliens, um für seine erneute Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im Oktober zu mobilisieren. Doch erst kürzlich hatte ein Berufungsgericht seinen Einspruch gegen seine Verurteilung wegen Korruption abgewiesen. Es wird damit immer wahrscheinlicher, dass Lula ins Gefängnis kommen und von der Wahl ausgeschlossen werden könnte. Trotz seiner Probleme mit der Justiz führt Lula derzeit in den Umfragen.

Lula war zu zwölf Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden, weil ihm eine Baufirma im Gegenzug für öffentliche Aufträge eine Strandwohnung renoviert haben soll. Im Januar wurde seine Verurteilung wegen Korruption in zweiter Instanz bestätigt. Der ehemalige Präsident streitet indes jegliches Fehlverhalten ab.  

Auf Twitter machte er außerdem seine politischen Gegner für den Angriff verantwortlich: "Unser Konvoi wurde von faschistischen Gruppen angegriffen. Sie haben schon mit Eiern und Steinen geworfen. Und heute haben sie auf einen Bus geschossen."