In einer Großaktion sind in Rio de Janeiro etwa 3.400 Soldaten und 500 Polizeibeamte in einen Komplex aus mehreren Favelas eingedrungen. Das Areal sei zunächst eingekesselt worden, berichtete der US-Nachrichtensender ABC News unter Berufung auf Militärangehörige. So sollten mutmaßliche Straftäter davon abgehalten werden, zu flüchten. Von Banden errichtete Hindernisse seien zudem von den Beamten abgeräumt worden.

Das Militärkommando teilte mit, es seien 24 Personen festgenommen sowie drei Waffen und eine "gewaltige Menge" an Kokain beschlagnahmt worden. Auch hätten die Bewaffneten mehrere Wagen und Motorräder sichergestellt, die mutmaßlich für Drogenhandel genutzt wurden.

In Teilen von Brasiliens zweitgrößter Stadt ist die Kriminalitätsrate außerordentlich hoch. Vor der Ausrichtung der Olympischen Spiele 2016 gab es verstärkt Bemühungen, die Stadt sicherer zu machen. In einzelnen Stadtteilen bekriegen sich Drogenbanden, während Milizen versuchen, an Einfluss zu gewinnen. Die Folge sind Schießereien, vor allem in Armenvierteln. Zeitweise greift die Gewalt auch auf wohlhabendere Gegenden entlang der berühmten Strandpromenade Copacabana über.