Die Europäische Union und Großbritannien haben sich auf eine Übergangsfrist nach dem britischen EU-Austritt im März 2019 geeinigt. Das teilte EU-Chefunterhändler Michel Barnier mit. Der britische Brexit-Minister David Davis sprach von einem "weiteren wichtigen Schritt".

Diese Übergangszeit, die bis Ende 2020 gelten soll, ist besonders wichtig für Unternehmen. In dieser Phase behält Großbritannien den Zugang zum EU-Binnenmarkt und bleibt Teil der Zollunion. Dafür muss sich das Land weiter an alle EU-Regeln halten und auch wie bisher finanzielle Beiträge nach Brüssel überweisen. 

Großbritannien wollte ursprünglich eine Phase von etwa zwei Jahren, ließ sich dann aber auf den kürzeren Zeitraum ein. In der Frist soll auch geklärt werden, wie die langfristige Partnerschaft beider Seiten aussehen soll.

Allerdings tritt die Übergangsperiode nur im Rahmen eines umfassenden Austrittsabkommens in Kraft. Man sei sich über große Teile einig, aber es sei noch Arbeit zu tun, sagte Barnier. Bis Oktober soll das Abkommen abschließend geregelt sein.

Strittig war bei den Verhandlungen, die sich am Wochenende bis spät in die Nacht hinzogen, nach wie vor, wie nach dem Brexit Grenzkontrollen zwischen dem EU-Mitglied Irland und den britischen Nordirland vermieden werden können. Die Staats- und Regierungschef der EU müssen dem Kompromiss auf ihrem Gipfel Ende der Woche zustimmen.