Ein US-Bundesrichter hat Klagen gegen Saudi-Arabien wegen Unterstützung der Terroranschläge vom 11. September 2001 für rechtens erklärt. Der New Yorker Bundesrichter George Daniels lehnte damit einen Einspruch Saudi-Arabiens ab. Anwälte des Landes hatten argumentiert, es gebe keine Beweise, dass ein saudi-arabischer Beamter, Angestellter oder Agent die Anschläge geplant oder ausgeführt habe.

Richter Daniels widersprach unter Berufung auf ein US-Bundesgesetz von 2016. Er sehe eine angemessene Grundlage für eine Klage, sagte Daniels. Geklagt hatten Angehörige von Opfern der 9/11-Anschläge. Sie werfen Saudi-Arabien vor, Osama bin Laden und dessen Terrornetzwerk Al-Kaida unterstützt und finanziert zu haben.

Vorwürfe, dass zwei saudische Banken sowie die Baufirma der Familie Bin Laden die Anschläge finanziell unterstützt hätten, wies der Richter allerdings zurück. Diese Anschuldigungen lägen nicht in seiner Gerichtsbarkeit.

Ein Anwalt von Angehörigen der Opfer äußerte sich erfreut über die Entscheidung. Jetzt könne "die gesamte Geschichte ans Licht kommen und Saudi-Arabiens Rolle bei den 9/11-Anschlägen offengelegt werden", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. 

15 der 19 Flugzeugentführer bei den Terroranschlägen vom 11. September waren saudisch-arabische Staatsbürger. Fast 3.000 Menschen starben. Saudi-Arabien streitet ab, in die Anschläge involviert zu sein. Ein US-Untersuchungsausschuss hatte Saudi-Arabien 2014 von den Vorwürfen freigesprochen.