Die syrischen Regierungstruppen drängen die Rebellen in der umkämpften Region Ostghuta immer weiter zurück. Die Truppen haben offenbar mehrere Gebiete in den Vororten von Damaskus eingenommen. Die staatliche Medienorganisation SCMM berichtet, Soldaten hätten das Zentrum der Ortschaft Misraba erreicht. Der Widerstand dort sei gebrochen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP meldet am frühen Nachmittag aus Duma, die Stadt werde aus der Luft sowie mit Artillerie angegriffen. Die Straßen seien menschenleer.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die in London sitzt und der Opposition nahesteht, berichtete, dass die Regierungssoldaten große Teile von Misraba eingenommen haben. Außerdem hätten Assads Truppen die Städte Duma und Harasta isoliert. Die Verbindungsstraßen zwischen den beiden großen Städten innerhalb der Rebellenenklave seien nun unter der Kontrolle der Regierungstruppen. Am Samstagmorgen hatte es Berichte gegeben, dass erste Kämpfer der radikalislamischen Rebellenmiliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) das Gebiet verlassen hätten. Die Berichte der Beobachtungsstelle sind wegen der unübersichtlichen Lage im Land oftmals nur schwer zu verifizieren, haben sich aber in der Vergangenheit meist als zutreffend herausgestellt.


Die humanitäre Lage in den belagerten Gebieten ist weiter schlecht. Am Freitag ist ein Konvoi mit Hilfsgütern in die Enklave gefahren. Eine Sprecherin des UN-Nothilfebüros Ocha teilte mit, 13 Lastwagen mit Hilfsgütern hätten die Stadt Duma erreicht. Die Kampfhandlungen haben zuvor die Versuche von Hilfslieferungen behindert, die Bevölkerung des Gebiets zu versorgen.

Ostghuta nahe der Hauptstadt Damaskus gehört zu den letzten Gebieten in Syrien, die noch von Rebellen kontrolliert werden. Die syrischen Soldaten greifen die Region seit Wochen an. Beobachtern zufolge sind dort fast 1.000 Menschen ums Leben gekommen. In der seit Jahren belagerten Enklave sind UN-Schätzungen zufolge rund 400.000 Menschen eingeschlossen. Die syrische Regierung und das verbündete Russland wollen mit der Offensive nach eigenen Angaben den Beschuss der nahegelegenen syrischen Hauptstadt Damaskus durch Aufständische unterbinden.