US-Präsident Donald Trump hat den Onlinehändler Amazon erneut angegriffen. Auf Twitter schrieb Trump, Amazon habe mit der US-Post Versandtarife vereinbart, die so niedrig seien, dass Staatsunternehmen Verluste in Milliardenhöhe machten. Außerdem zahle Amazon zu wenig Steuern, schrieb Trump weiter. "Die Post-Abzocke muss aufhören." Zudem forderte er die Washington Post auf, sich als offizielle Lobbyorganisation für Amazon registrieren zu lassen. Amazon-Chef Jeff Bezos ist auch Besitzer der Washington Post, die oft kritisch über den Präsidenten und seine Regierung berichtet.

Bereits am Mittwoch hatte das Onlineportal Axios gemeldet, der US-Präsident wolle die steuerliche Behandlung von Amazon ändern. Trump sei "besessen von Amazon" und denke laut darüber nach, wie er dem Konzern wettbewerbsrechtlich beikommen könne, schrieb der Informationsdienst.

Trump hegt seit Längerem eine Aversion gegen Amazon-Gründer Jeff Bezos. Trump und Bezos hatten sich während des Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016 wiederholt beschimpft. Im Wahlkampf hatte Trump Amazon mit einer "Internetsteuer" gedroht und Konzernchef Bezos vorgeworfen, die Washington Post als "Steuerschlupfloch" zu nutzen. Die Zeitung sei lediglich ein Vehikel, mit deren Verlusten Bezos die Gewinne von Amazon kleinhalte, um Steuern zu sparen, erklärte Trump im Dezember 2015. Wiederholt warf er der Washington Post vor, "Fake News" zu verbreiten – so auch in seinen neusten Tweets.

Die US-Post schreibt seit elf Jahren rote Zahlen, allerdings gilt der Paketdienst nicht als Grund dafür. Die meisten Verluste entstehen durch Pensions- und Gesundheitskosten sowie durch einen Rückgang bei der Briefzustellung. Der Vertrag zwischen Amazon und der Post wird jedes Jahr von Bundesaufsichtsbehörden überprüft. Die haben ihn bisher als profitabel für die Post eingestuft. Als unabhängige Behörde verwendet die Post keine Steuermittel für ihren Betrieb.