Im Kampf gegen die Drogenepidemie strebt das US-Justizministerium die Todesstrafe für bestimmte Dealer an. Bei der Vorstellung seines Antidrogenprogramms in New Hampshire sagte US-Präsident Donald Trump: "Es geht nicht mehr darum, nett zu sein, es geht darum, ein sehr, sehr hartnäckiges Problem zu überwinden, und wenn wir mit diesen Dealern nicht harsch umspringen, wird das nicht passieren." Härte sei das, was Drogenhändler am meisten fürchten, sagte der Präsident: "Ich will diese Schlacht gewinnen."

Trump sprach sich auch für eine breite Aufklärungskampagne aus, die vor allem Kinder davon abhalten soll, mit Drogen zu experimentieren. Zudem stellte er eine staatliche Website vor, auf der die Bürger ihre eigenen Erfahrungen mit Opioid-Sucht mitteilen können. Seine Regierung wolle darauf hinarbeiten, die Zahl der ärztlich verschriebenen Opioid-Rezepte binnen drei Jahren um ein Drittel zu reduzieren. Auch seine Einwanderungspolitik, etwa die Mauer an der Grenze zu Mexiko, werde den Drogenfluss kappen, sagte der Präsident. 

Der Staat New Hampshire, in dem Trump seinen Aktionsplan vorstellte, ist besonders stark von der Sucht nach Opioiden betroffen. Die Stoffe, zu denen neben verschreibungspflichtigen Mitteln auch Heroin und synthetische Drogen gehören, waren 2016 in den USA für den Tod von mehr als 42.000 Menschen verantwortlich – ein Rekord, wie aus Daten der Seuchenbekämpfungsbehörde CDC hervorgeht.

Zuletzt hatte Trump öffentlich die Todesstrafe für Drogendealer angedacht und dabei auf Länder in Asien verwiesen. Dort werden Drogendealer hart bestraft. "Andere Länder spielen keine Spielchen", sagte Trump in New Hampshire. Laut dem US-Justizministerium ist das Einführen der Todesstrafe auf Bundesebene bei begrenzten Fällen von Drogenkriminalität möglich, ohne dass es einer Gesetzesänderung bedarf. 

Allerdings sei längst nicht klar, dass Todesurteile gegen Dealer – selbst jene, die viele Menschenleben auf dem Gewissen hätten – verfassungsgemäß seien, meint Doug Berman, Juraprofessor an der Ohio State University. Für solche Fälle erwarte er eine Prozesswelle, am Ende müsste wohl der Oberste Gerichtshof der USA das letzte Wort sprechen.