Der US-Präsident Donald Trump hat dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für die sehr enge Rüstungszusammenarbeit beider Länder gedankt. Niemand mache der Golfmonarchie ihre herausragende Stellung in diesem Bereich streitig, sagte Trump bei einem Besuch des Kronprinzen im Weißen Haus. Die Beziehungen zum Königreich seien "wahrscheinlich so stark wie nie zuvor – wir verstehen einander". Strittige Themen wurden vor den Kameras nicht angesprochen, stattdessen sprach der US-Präsident von einer "großartigen Freundschaft" zu Bin Salman.

Trump lobte die hohen Ausgaben Riads für Rüstungsgüter aus den USA sowie deren Nutzen für die heimische Wirtschaft. "Saudi-Arabien ist ein sehr reiches Land, und sie werden hoffentlich einen Teil dieses Reichtums an die USA abgeben in Form von Arbeitsplätzen und durch den Kauf der besten Militärausrüstung in der Welt", sagte der Präsident. Er zeigte dabei Schautafeln, auf denen einzelne Rüstungsdeals mit Saudi-Arabien aufgeführt waren.

In den Gesprächen mit dem saudi-arabischen Thronfolger sollte es um eine breite Themenauswahl gehen. Sie reichte von den Konflikten in Syrien und im Jemen über die eingeleiteten Reformen in dem Königreich bis hin zu Rüstungsdeals.

Militärhilfe der USA bleibt bestehen

Der Bürgerkrieg im Jemen gehörte dabei zu den schwierigeren Themen. Dort bekämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. In dem zweijährigen Bürgerkrieg sind fast 10.000 Menschen getötet worden. Das Land wurde durch den Konflikt in eine humanitäre Krise gebracht, welche die UN als die derzeit weltweit größte beschreibt. 8,4 Millionen der 22,2 Millionen Einwohner sind den Vereinten Nationen zufolge von einer Hungersnot bedroht.

Im US-Senat wurde eine parteiübergreifende Initiative zur Einstellung der US-Militärhilfe für die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz kurz nach Prinz Mohammeds Besuch bei Trump abgelehnt: 55 Senatoren stimmten gegen die Resolution, 44 dafür. Ein Votum für ein Ende der Militärhilfe hätte zu erheblichen diplomatischen Irritationen zwischen Washington und Riad führen können.

Potenzieller Konfliktstoff liegt auch in dem von Saudi-Arabien im Juni zusammen mit anderen Staaten der Region verhängten Boykott gegen Katar. Trump hatte die mit dem Kampf gegen den Terrorismus begründete Blockade anfangs begrüßt, will sie inzwischen aber beendet sehen. Der Boykott stört seine Pläne für einen Gipfel mit den Golfstaaten später im Jahr in Camp David bei Washington.