Immer weniger Menschen stellen in der Europäischen Union einen Antrag auf Asyl. Wie Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf Daten des EU-Statistikamtes Eurostat berichten, ist die Zahl der Asylerstanträge 2017 im Vergleich mit dem Jahr davor um etwa die Hälfte auf 649.855 gesunken. Im Jahr 2016 waren es noch 1,2 Millionen Menschen, die in einem der 28 EU-Staaten einen Asylantrag stellten.

Die Erhebung zeigt auch, dass Deutschland weiterhin Hauptzielland der Asylsuchenden ist. Demnach sind 198.255 Anträge in der Bundesrepublik gestellt worden. Das entspricht etwa 30 Prozent der Gesamtanträge in der EU. Im Jahr zuvor waren auf Deutschland noch 60 Prozent aller Asylanträge entfallen.

Platz zwei belegte im vergangenen Jahr Italien, dort stellten 126.550 Menschen Anträge. Es folgen Frankreich mit 91.070 und Griechenland mit 57.020 Erstanträgen. Österreich liegt mit 22.160 Anträgen auf Platz acht. Die wenigsten Gesuche entfielen auf die Slowakei (150), Estland (180) und Lettland (355).

Die Daten von Eurostat geben allerdings nur Erstanträge wieder. Werden Zweit- und Folgeanträge hinzugerechnet, lag die Summe im Jahr 2017 in der EU bei 704.625, in Deutschland bei 222.560. Am Mittwoch will EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos in Brüssel eine Bilanz der EU-Flüchtlingspolitik ziehen.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind im Februar 11.000 Menschen erstmals als Asylsuchende registriert worden. Das waren etwa 1.300 weniger als noch im Januar und rund 3.300 weniger als im Februar 2017.

Die meisten Geflüchteten kamen aus Syrien, dem Irak und Nigeria. Die Zahl der beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellten Asylanträge (Erst- und Folgeanträge) lag im Februar bei 12.490.

Weltflüchtlingstag - "Seenotrettung ist eine absolute Notwendigkeit" Wiebke Judith, asylpolitische Referentin von Amnesty International, spricht mit uns über aktuelle Entwicklungen in der Flüchtlingskrise. © Foto: ZEIT ONLINE