Mark Zuckerberg ist Medienberichten zufolge bereit, den US-Kongress über den Datenmissbrauch bei Facebook zu informieren. Wie CNN und die Washington Post unter Berufung auf Facebook-Mitarbeiter berichten, soll der Chef des Unternehmens derzeit an einer passenden Strategie arbeiten. Zuckerberg soll zu der Einsicht gelangt sein, dass ein solcher Schritt notwendig sei, schreibt CNN. Mit Zuckerbergs Aussage werde in den kommenden Wochen gerechnet.

Der US-Kongress hat Zuckerberg eingeladen, am 10. April vor den Parlamentariern auszusagen. Auch Abgeordnete anderer Parlamente, – darunter in Großbritannien, Deutschland und der EU – haben Zuckerberg und andere Vertreter von Facebook in Europa aufgefordert, sich in der Datenaffäre zu erklären.

Vor dem britischen Parlament will Zuckerberg indes nicht aussagen. Der Ausschuss für Digitales, Kultur, Medien und Sport des britischen Parlaments hatte ihn aufgefordert, persönlich zu erscheinen. Nun hat das Parlament einen Brief öffentlich gemacht, in dem Facebook am Montag anbot, stattdessen Technikchef Mike Schroepfer oder Produktchef Chris Cox zu schicken. Beide habe Zuckerberg "persönlich gebeten", sich für die Abgeordneten Zeit zu nehmen. Der Ausschussvorsitzende Damian Collins forderte daraufhin Cox auf, vor dem Ausschuss zu erscheinen. Auf Twitter fügte er hinzu: "Angesichts der Bedeutung dieser Fragen glauben wir immer noch, dass Mark Zuckerberg die richtige Person ist, um auszusagen."

Zuckerberg entschuldigt sich in Deutschland

Vor einer guten Woche war bekannt geworden, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica sich unerlaubt Zugang zu Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern verschafft hat. Mit Hilfe dieser Daten sollen Wähler im US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump gezielt mit Wahlwerbung beeinflusst worden sein. Die EU will prüfen, ob auch das Brexit-Referendum davon betroffen war.

Derweil entschuldigte sich Zuckerberg bei den deutschen Nutzerinnen und Nutzern und wählte dafür den analogen Weg der Zeitungsanzeige. In mehreren deutschen Tageszeitungen war am Dienstag in ganzseitige Anzeigen zu lesen: "Es ist unsere Verantwortung, Deine Informationen zu schützen. Wenn wir das nicht können, haben wir diese Verantwortung nicht verdient." Der Facebook-Chef entschuldigte sich für den Vertrauensbruch und versprach, "dass wir unsere Arbeit in Zukunft besser machen". In britischen Zeitungen hatte sich Zuckerberg bereits am Sonntag entschuldigt.