Frankreich hat der kurdisch dominierten Milizengruppe SDF Beistand in Nordsyrien zugesagt. Präsident Emmanuel Macron traf sich in Paris erstmals mit Vertretern der Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF), die in Syrien gegen die Miliz "Islamischer Staat" (IS) kämpft. Sein Büro teilte danach mit, Macron habe der SDF versprochen, sie dabei zu unterstützen, die Sicherheitszone im Nordosten Syriens zu stabilisieren. Damit solle ein Wiedererstarken des IS verhindert werden.

Die Türkei wirft Macron vor, mit dem Angebot Terroristen zu unterstützen. Diejenigen, die mit Terrorgruppen gegen die Türkei zusammenarbeiteten und Solidarität zeigten, würden "wie die Terroristen ein Ziel der Türkei werden", schreib der türkische Vizeministerpräsident Bekir Bozdağ auf Twitter. "Wir hoffen, dass Frankreich nicht einen solch irrationalen Schritt geht."

Recep Tayyip Erdoğan kündigte an, dass eine weitere Militäraktionen gegen Extremisten im Norden Syriens in Vorbereitung sei. Bis hin zur irakischen Grenze sollten die Extremisten vertrieben werden, kündigte der türkisceh Präsident an. Dies betreffe die Regionen Ain al-Arab, Ras al-Ain und Tel Abjad.

Dutzende Spezialkräfte im Einsatz

Die SDF werden von der Kurdenmiliz YPG angeführt, gegen die die Türkei seit dem 20. Januar mit einem Militäreinsatz vorgeht. Sie sieht die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK als Terrororganisation und begründet den Einsatz mit Selbstverteidigung. Die PKK steht in der Türkei, Europa und den USA auf der Terrorliste. Am 18. März nahm die türkische Armee die kurdische Stadt Afrin ein. Macron bietet laut einer Erklärung an, zwischen SDF und der Türkei zu vermitteln. Schließlich habe sich die SDF von der PKK distanziert.

Ebenso wie die USA hat Frankreich von der YPG angeführte Kämpfer in der Region mit Waffen ausgerüstet und ausgebildet. Außerdem hat Macron dort Dutzende Spezialkräfte stationiert. Die Unterstützung wird von der Türkei entschieden kritisiert. Sie will verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet.

Türkische Soldaten hatten zuletzt die nordsyrische Stadt Afrin gestürmt, die unter kurdischer Kontrolle war. Zudem hatte Erdoğan einen Einsatz in der syrischen Stadt Manbidsch angedroht. Dort sind auch US-Soldaten stationiert, die mit der YPG im Kampf gegen den IS verbündet sind.