Neben einem Konvoi des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah ist ein Sprengsatz detoniert. Die Explosion habe sich im nördlichen Gazastreifen ereignet, teilte das von der radikalislamischen Hamas geführte Innenministerium in Gaza mit. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sehe die Hamas als verantwortlich für den Vorfall, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur Wafa.

Nach Angaben des Innenministeriums gab es keine Berichte von Verletzten. Der Konvoi sei weitergefahren. Hamdallah habe anschließend bei der Einweihung einer Kläranlage gesprochen. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete dagegen, es seien sieben Menschen verletzt worden. Den Angaben zufolge befand sich auch der Geheimdienstchef Madschid Faradsch bei Hamdallah.

Hamdallah sagte, der Vorfall werde ihn nicht davon abhalten, weiter die nationale Einheit anzustreben. "Wir werden nach Gaza zurückkommen, und wir werden unsere Anstrengungen für die Einheit fortsetzen. Was passiert ist, wird uns nicht aufhalten."

Hamas kritisiert Abbas

Die Hamas verurteilte den Angriff. Dies sei ein Versuch, den Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah zu untergraben und die Sicherheitslage in Gaza zu destabilisieren, schrieb die Organisation auf Twitter. Die Hamas kritisierte Abbas dafür, sie für den Vorfall verantwortlich zu machen.

Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas hatten am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Prozess kommt bisher aber nur langsam voran.