Außenminister Heiko Maas (SPD) hat bei seinem Antrittsbesuch in Israel zum entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus aufgerufen. "Deutschland trägt die Verantwortung für das grausamste Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Die Schoah bleibt uns Mahnung und Auftrag, weltweit für Menschenrechte und Toleranz einzutreten", schrieb er nach seinem Besuch der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem ins Gästebuch. "Jeder Form von Antisemitismus und Rassismus müssen wir uns entschieden entgegenstellen – überall und jeden Tag."

Im 70. Geburtsjahr Israels werde das "Wunder unserer Freundschaft" ganz besonders ins Bewusstsein gerufen, sagte Maas. "Wir stehen zu dem Land, das hier allen gedenkt, deren Leben und Träume zerstört wurden." Israel feiert dieses Jahr das 70. Jubiläum seiner Staatsgründung.

Bei seinem Abflug in Berlin hatte Maas die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel als "großes Geschenk" bezeichnet. Die Solidarität mit dem jüdischen Staat Israel stehe im Zentrum der deutschen Außenpolitik. Es gehe darum, für die Sicherheit Israels und gegen Antisemitismus einzutreten, sagte Maas. "Die Kontinuität unserer Nahost-Politik gilt. Unsere besondere Verbundenheit mit Israel wollen wir für die Zukunft stärken."

Maas hatte zuvor gesagt, einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit auf eine Verbesserung des deutsch-israelischen Verhältnisses legen zu wollen. Er begründete das mit seinem politischen Werdegang. Wegen Auschwitz sei er in die Politik gegangen.

Nach seinem Besuch in Yad Vashem wurde Maas von Staatspräsident Reuven Rivlin empfangen, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu trifft er am Montag. Außerdem ist ein Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah geplant.

Beim Treffen mit Netanjahu wird es um wichtige Streitthemen gehen – insbesondere um das Atomabkommen mit dem Iran und den festgefahrenen Nahostkonflikt. Maas sieht in den Differenzen aber kein großes Problem: "Selbst wenn es in unterschiedlichen Fragen in der politischen Bewertung unterschiedliche Auffassungen gibt, ist auch das etwas, das unsere Freundschaft ausmacht", sagte er. Ziel seines Besuches sei es, "ein Zeichen zu setzen für die unverbrüchliche Freundschaft zwischen den Staaten Israel und Deutschland".