Einen Tag nach dem Aufkommen entsprechender Vermutungen über den Besuch eines hohen Politikers aus Nordkorea in Peking hat China nun bestätigt, dass es sich dabei um Machthaber Kim Jong Un handelte. Wie die Staatsagentur Xinhua meldete, war Kim auf Einladung des chinesischen Staatschefs Xi Jinping gekommen. Er habe sich den Informationen der Agentur nach von Sonntag bis Mittwoch in der chinesischen Hauptstadt aufgehalten.

Dabei sollen Kim und Xi zunächst zu Gesprächen in der Großen Halle des Volkes zusammengekommen sein. Später hätten Xi und seine Frau Peng Liyuan einen Empfang für den koreanischen Machthaber und dessen Frau Ri Sol Ju gegeben.

Xi betonte die Bedeutung der Freundschaft der beiden Nachbarstaaten. Er würdigte zudem die "positiven Veränderungen" auf der koreanischen Halbinsel in diesem Jahr, wobei China weiterhin am Ziel der Entnuklearisierung sowie an der Lösung von Problemen durch Dialog festhalten wolle.

Kim deutet mögliche Wege zur Lösung des Atomkonflikts an

Während seines Aufenthaltes soll Kim betont haben, dass er sich "der Denuklearisierung verpflichtet" fühle. "Die Frage der Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel kann gelöst werden, wenn Südkorea und die USA auf unsere Bemühungen mit Wohlwollen reagieren, eine Atmosphäre des Friedens und der Stabilität schaffen, während gleichzeitig progressive und synchrone Schritte in Richtung des Friedens ergriffen werden", zitierte ihn die Staatsagentur.

Die USA waren eigenen Angaben zufolge über die Reise informiert worden. Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte, dass die chinesische Regierung das Weiße Haus am Dienstag kontaktiert und dabei auch eine persönliche Nachricht von Präsident Xi Jinping an Trump übermittelt habe. Sanders nutze die Gelegenheit, um in der Sache auch ihrer Regierung eine gute Bewertung auszustellen. Die jüngsten Entwicklungen seien ein weiterer Beweis dafür, dass Trumps Kampagne des maximalen Drucks eine "angemessene Atmosphäre" für einen Dialog mit Nordkorea schaffe, sagte sie. Die US-Regierung stehe in engem Kontakt mit Südkorea und Japan.

Über eine mögliche Auslandsreise von Kim war bereits am Vortag spekuliert worden, nachdem in China ein gepanzerter Zug eingetroffen war. China bestätigte den Besuch schließlich nach Kims Abreise. Die Spekulationen hatten unter anderem Hoffnungen auf neue Bewegung im Atomkonflikt mit Nordkorea geweckt.

Es war das erste Mal seit seinem Amtsantritt als Führer Nordkoreas im Jahr 2011, dass Kim Jong Un sein Land verlassen hat und ins Ausland gereist ist.