Bochia (rechts) mit seiner Partnerin Anna in der Region Chocó. Er ist Guerillero der ELN, des Ejercito de Liberacion Nacional (dt. "Nationales Befreiungsheer"). © Lena Mucha für ZEIT ONLINE

In Kolumbien haben nach über 50 Jahren bewaffnetem Konflikt die Regierung unter Juan Manuel Santos und die linke Rebellengruppe Farc im September 2016 einen Friedensvertrag unterzeichnet. Für den historischen Schritt erhielt Santos den Friedensnobelpreis. Wenige Monate nach der Unterzeichnung legten 6.000 Farc-Kämpfer ihre Waffen nieder. Seither ist ein Jahr vergangen.

Inzwischen haben die Kolumbianerinnen und Kolumbianer ein neues Parlament gewählt, es war die erste Wahl seit dem Friedensschluss und die "ruhigste der jüngeren Geschichte", wie Santos sagte. Doch die Ruhe könnte trügen: Laut der Defensoría del Pueblo, der staatlichen Ombudsstelle, ist die Mordrate seit Abschluss des Friedensabkommens gestiegen. Allein von Januar 2016 bis Februar 2018 seien 282 Menschenrechtsverteidiger getötet worden. Anstelle der Farc kämpfen andere Rebellengruppen, unter anderem die ELN. Die Kritiker des Friedensabkommens dominierten die Wahl.

Besteht noch Hoffnung auf Frieden? Wie nehmen die Menschen im Land die politische Situation wahr? Die Fotografin Lena Mucha war lange im Land unterwegs; sie hat ganz unterschiedliche Menschen porträtiert und nach ihrer Sicht auf den Friedensprozess gefragt. Hier sind Muchas Fotos und die Geschichten der Porträtierten.