Am Sonntag schien es, als bereite sich Mike Pompeo bereits auf sein neues Amt vor. Während eines Auftritts beim Nachrichtensender Fox Newsverteidigte der CIA-Chef die Position des US-Präsidenten zu Nordkorea. Und nutzte gleich die Gelegenheit, um sich selbst ausführlich zum Thema zu äußern: Die USA würden trotz möglicher Gespräche zwischen Donald Trump und Kim Jong Un keinerlei Zugeständnisse gegenüber dem Regime in Pjöngjang machen, sagte Pompeo. Man werde weiterhin Druck ausüben.

Der Auftritt überraschte, schließlich halten die Chefs der Geheimdienste in der Regel eine Distanz zum täglichen Geschehen in Washington. Doch Pompeo hatte noch nie viel Interesse an Gepflogenheiten. In Reden und Interviews dachte er in den vergangenen Monaten immer wieder offen über die Möglichkeit nach, in Nordkorea einen Regimewechsel herbeizuführen. Dem Iran unterstellte Pompeo, keinerlei Interesse daran zu haben, sich an die Abmachungen im Atomabkommen zu halten.

Kritiker warfen Pompeo vor, sich und seine Behörde mit den politischen Äußerungen in eine schwierige Position zu bringen. Doch für den 54-Jährigen scheint sich die demonstrative Loyalität zum Präsidenten jetzt auszuzahlen: Sollte der Kongress zustimmen, wird Mike Pompeo in wenigen Wochen an der Spitze des Außenministeriums stehen.

Ein Mann nach Trumps Geschmack

Pompeo galt seit Monaten als wahrscheinlichster Kandidat für die Nachfolge von Außenminister Rex Tillerson. Mit seinen kompromisslosen Außenseiteransichten, Abschlüssen von der Militärakademie West Point und der Eliteuniversität Harvard und der Vergangenheit als Panzeroffizier und Unternehmer passt Pompeo ins Schema von Donald Trump, der immer wieder die Nähe zu ranghohen Militärs und Selfmade-Millionären sucht. Die Berufung zum Außenminister wäre für den Mann aus Kansas die vorläufige Krönung eines rasanten Aufstiegs in Washington. 2010 war Pompeo auf der Tea-Party-Welle und mit der finanziellen Unterstützung der Industriellen-Brüder Charles und David Koch erstmals in den Kongress eingezogen. 

Schon vor dem Umzug nach Washington fiel Pompeo mit politischen Attacken auf. Erst musste er sich entschuldigen, weil ein Mitarbeiter den demokratischen Gegenkandidaten indischer Abstammung rassistisch beschimpft hatte. Später rief Pompeo die Wähler auf einem Plakat auf, "amerikanisch zu wählen".

Im Kongress machte sich der Hardliner einen Namen, weil er sich für eine Neuauflage des Abhörprogramms der Nationalen Sicherheitsbehörde (NSA) aussprach und offen Kollegen angriff, die das Waterboarding von Gefangenen als Folter einstuften. Im vergangenen Jahr ging Pompeo die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hart an. Er warf ihr vor, die Angriffe auf die US-Botschaft im libyschen Bengasi bewusst vertuscht zu haben. Ein von seiner eigenen Partei eingesetzter Untersuchungsausschuss hatte da bereits eingestanden, dass es für die Vorwürfe keinerlei Beweise gibt.