Trotz der diplomatischen Annäherung mit Nordkorea wollen Südkorea und die USA ihre regelmäßigen gemeinsamen Militärübungen wieder aufnehmen. Laut einer Sprecherin des südkoreanischen Verteidigungsministeriums sollen die Manöver voraussichtlich am 1. April beginnen. Sie sollen "in einem ähnlichen Umfang" stattfinden wie in den vorausgegangen Jahren. Die Übungen waren wegen der Olympischen Winterspiele in Südkorea im Februar und März ausgesetzt worden.

Nordkorea hat die Manöver in den vergangenen Jahren als Vorbereitungen für einen Krieg kritisiert. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums sind die gemeinsamen Übungen aber auf Verteidigung ausgerichtet. Es gebe keinen Grund für Nordkorea, sie als Provokation zu betrachten. Die Regierung in Pjöngjang sei demnach vorab über den Termin und die Art der Übungen informiert worden. Der südkoreanische Sicherheitsberater Chung Eui Yong hatte nach den Gesprächen in Pjöngjang gesagt, Kim habe Verständnis dafür geäußert, dass die routinemäßigen gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkorea weitergingen.

Nordkorea hat an den Olympischen Winterspielen in Seoul teilgenommen. Bei den Eröffnungsfeierlichkeiten liefen die Mannschaften der beiden Staaten gemeinsam ins Stadion ein. Anfang März war zudem eine hochrangige südkoreanische Delegation nach Pjöngjang gereist und hatte mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gesprochen. Bei dem Treffen drückte Kim seine Bereitschaft zum Dialog über das Atomwaffenprogramm seines Landes aus und unterbreitete auch US-Präsident Donald Trump über Südkorea ein Gesprächsangebot. Die Vertreter beider Staaten vereinbarten außerdem ein Gipfeltreffen zwischen Südkoreas Präsident Moon Jae In und Kim, das Ende April stattfinden soll. Auch ein Treffen zwischen Kim und Trump ist geplant.