Auf den Front National könnte eine juristische Auseinandersetzung wegen des neuen Parteinamens Rassemblement National (RN, Nationale Vereinigung) zukommen. Der gaullistische Politiker Igor Kurek sagte am Sonntagabend, er habe sich diesen Namen beim französischen Marken- und Patentamt schützen lassen. Der Front National werde deshalb "niemals" den neuen Namen annehmen können. Kurek warf Parteichefin Marine Le Pen "Dilettantismus" vor.

Das französische Patentamt INPI schützt den Namen Rassemblement National seit 2014, wie aus Angaben auf der Webseite hervorgeht. Kurek erklärte, die RN gehöre zur "gaullistischen und republikanischen Rechten, der Front National ist rechtsextrem". Die Splitterpartei trat demnach bei den Kommunal- und Départementswahlen 2014 und 2015 gegen FN-Kandidaten an. Kurek will auch bei den Kommunalwahlen 2020 antreten.

Le Pen hatte den neuen Namen am Sonntag auf dem Parteitag im nordfranzösischen Lille vorgeschlagen. Sie will die Partei damit für Bündnisse mit dem bürgerlichen Lager öffnen. Die konservative Partei Les Républicains (Die Republikaner) von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy erklärte daraufhin jedoch, es werde "kein Bündnis mit dem Front National geben". Mit dem Namen ändere sich nicht "die Ideologie" des FN, hieß es von der größten Oppositionspartei.

Kritik am neuen Namen wurde zudem geäußert, weil er an den Rassemblement National Populaire erinnert, den Nationalen Zusammenschluss des Volkes, der eine rechtsextreme Partei war während Frankreichs Besatzung durch Nazi-Deutschland.